Exzellenzwettbewerb : Gute Signale für die Zukunft

Die Freie Universität Berlin hat im aktuellen Exzellenzwettbewerb fünf positive Vorentscheide für geplante Cluster erhalten und ist damit die erfolgreichste der Berliner Unis.

Peter-André Alt
Universitätspräsident Professor Peter-André Alt.
Universitätspräsident Professor Peter-André Alt.Foto: Bernd Wannenmacher

Die beiden letzten Septemberwochen hatten es in sich für die Freie Universität Berlin. Erst kam die enttäuschende Nachricht, dass unser Antrag auf die Einrichtung neuer Tenure-Track-Professuren – also Professuren für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die nach einer befristeten Anstellung auf Probe in eine Dauerprofessur münden können – im Bund-Länder-Programm nicht erfolgreich war. Das schmerzte, sollte uns aber nicht aus dem Tritt bringen. In knapp zwei Jahren schließt sich eine zweite Vergaberunde an, die uns nochmals Gelegenheit bietet, mit unserem überarbeiteten Konzept zum Zuge zu kommen. Bis dahin haben wir eine gute Chance, mit der Einführung eines Tenure-Track-Systems und ersten Berufungen nach dem neuen Modell die Weichen für einen erfolgreichen Antrag zu stellen.

Eine derartige zweite Chance gibt es im aktuellen Exzellenzwettbewerb nicht. Umso erfreulicher war die Nachricht, dass die Freie Universität fünf ihrer sieben Clusterskizzen zu Vollanträgen ausbauen darf. Sie ist damit die erfolgreichste der Berliner Universitäten und hat nun beste Voraussetzungen für die Etablierung wichtiger Forschungsverbünde. Zum Zuge kamen bei der Auswahlentscheidung am 28. September unsere Anträge aus der Literaturwissenschaft und aus der Politologie sowie den Regionalstudien, das gemeinsam mit der Humboldt-Universität eingereichte Forschungsprojekt aus der Archäologie, das von allen drei Berliner Universitäten getragene Mathematik-Vorhaben und das neurowissenschaftliche Projekt aus der Charité. Die Freie Universität unterstreicht mit diesem Erfolg ihre nationale Spitzenstellung in den Literaturwissenschaften und der politikwissenschaftlichen Forschung. Berlins Stärken als Top-Standort der Neurologie, der Mathematik und der Archäologie wurden bestätigt.

Bundesweit hat das internationale Expertengremium unter knapp 200 Voranträgen 88 zur Vollantragstellung ausgewählt. In einem Jahr wird dann entschieden, welche Cluster eingerichtet werden. Zwischen 45 und 50 dürfen es sein, sodass die nun im Wettbewerb stehenden Anträge gute Erfolgschancen haben. Selbstläufer aber gibt es nicht, die Konkurrenz ist hart. Die kommenden zwölf Monate verlangen unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern daher viel ab. Neben ihren Regelaufgaben werden sie diverse Extrastunden in die Antragsvorbereitung stecken. In diesem Winter dürfte das Licht in vielen unserer Büros und Labors erst sehr spät am Abend ausgehen.

Für Berlin insgesamt war die Cluster-Vorentscheidung positiv. Auch die Humboldt-Universität und die Technische Universität schnitten gut ab. Die Wissenschaftsstadt hat sich als herausragend starker Standort behauptet. Das ist ein erfreuliches Signal für unsere weitere Kooperation. Denn Partnerschaft auf Augenhöhe bildet eine wichtige Voraussetzung für produktive Zusammenarbeit.

Der Autor ist Präsident der Freien Universität Berlin.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben