Mikrobiologin Dagmar Köhler-Repp : Aus dem Keller der Eltern an die Spitze

Die Mikrobiologin Dagmar Köhler-Repp forschte schon als Jugendliche im Keller ihrer Eltern. Dort legte sie den Grundstein für eine erfolgreiche Gründerkarriere: Die Ripac-Labor GmbH in Potsdam. Dort entwickelt sie heute maßgeschneiderte Impfstoffe. Im vergangenen Jahr wurde sie sogar ausgezeichnet dafür.

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Dagmar Köhler-Repp
Dagmar Köhler-ReppFoto: Mike Wolff

Der weiß gestärkte Laborkittel steht Dagmar Köhler-Repp gut. Vielleicht ist er etwas zu groß geraten für die zierliche Frau – maßgeschneidert scheint er nicht zu sein, im Gegensatz zu den Impfstoffen, die in ihrer Firma hergestellt werden. Die 40-Jährige ist Chefin eines aufstrebenden Biotech-Unternehmens: der Ripac-Labor GmbH in Potsdam-Golm. Sie hat sich auf die Infektionsdiagnostik im veterinärmedizinischen Bereich spezialisiert. Ihre Kunden sind Tierärzte, die Proben von bakteriell erkrankten Nutztieren, vor allem von Rindern, Schweinen und Geflügel zu ihr bringen. Das können Organe, Tierkörper oder auch Kotproben sein. Die Krankheitserreger werden von ihren Mitarbeitern im mikrobiologischen Labor analysiert und isoliert, um daraus die passenden Impfstoffe zu gewinnen.

"Ein Vorbild für Brandenburgerinnen"

Und das mit großem Erfolg: Ende letzten Jahres wurde Köhler-Repp zur "Unternehmerin des Landes Brandenburg 2014" gekürt. Den Preis hat sie aus den Händen von Ministerpräsident Dietmar Woidke erhalten. "Das war schon etwas Besonderes, eine Wertschätzung und Anerkennung, die mich persönlich sehr gefreut hat", sagt sie nicht ohne Stolz. In den Worten des Brandenburger Ministerpräsidenten klang das bei der Laudatio in der Staatskanzlei so: "Was als Ein-Frau-Betrieb begann, ist heute zu einem High-Tech-Unternehmen im Wissenschaftspark Golm geworden." Köhler-Repp sei mit ihrem Werdegang auch persönlich ein Vorbild für die Brandenburgerinnen.

Die Anfänge ihres Unternehmens könnten das Zeug zur Legende haben: Es war zwar keine Garage, aber der Keller im Einfamilienhaus der Eltern, in dem der Grundstein zu einer erfolgreichen Gründergeschichte gelegt wurde. 2001, am Ende ihres Studiums, fragte sich die junge Mikrobiologin, was sie denn nun mit ihrem Wissen und ihrer Leidenschaft für Infektionsbiologie, Diagnostik und Gesundheitsmedizin anfangen wolle. Statt in die Wissenschaft zu gehen, entschied sie sich für die Praxis: "Ich war immer an der Anwendung interessiert, an der Frage, was man mit den gewonnenen Forschungsergebnissen denn machen könne." [...]

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