Paralympics 2016 : Historischer Sieg im Paratriathlon

Fünffacher Europameister, dreifacher Weltmeister und jetzt erster Gewinner des Triathlons in der Geschichte der Paralympics! Martin Schulz setzt Maßstäbe.

Hannah Hofer
Triathlet Martin Schulz beschert der deutschen Mannschaft die zweite Goldmedaille bei den Paralympics.
Triathlet Martin Schulz beschert der deutschen Mannschaft die zweite Goldmedaille bei den Paralympics.Foto: dpa

Martin Schulz, Triathlet in der Klasse PT4, sicherte sich am Samstagvormittag in Rio de Janeiro, die erste Goldmedaille, die es je beim Triathlon der Paralympics zu gewinnen gab. Er absolvierte den Kurs aus 750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und 5 Kilometern Laufen in einer Zeit von 1:02:37 Stunden. „Es ist der Wahnsinn! Nicht nur, dass ich der Erste bin der das im Triathlon erreicht hat, auch überhaupt eine paralympische Goldmedaille zu gewinnen ist toll.“ sagt der strahlende Sieger.

Um 10.00 Uhr Ortszeit tauchen die Triathleten in die Fluten der Copacabana um die ersten 750 Meter des Triathlons schwimmend zu absolvieren. Nach dem Kampf mit den Wellen kommt Schulz als Vierter aus dem Meer und hat 1.21 min Rückstand auf den führenden Briten Peasegood. Ungewöhnlich, für den Athleten, der das Wasser meistens zuerst verlässt.

Zufrieden ist er trotzdem: „Ich hatte ein gutes Schwimmen und konnte einen guten Vorsprung vor Stefan Daniel raus arbeiten.“ Der Kanadier Daniel, ist in allen Rennen sein stärkster Konkurrent und wird meist nach Schulz Zweiter. Sonst nähert er sich auf der 20 Kilometer langen Fahrradstrecke gefährlich nahe an Schulz an.

Doch den deutschen Topathleten kann heute an der Copacabana nichts stoppen. „Beim Fahrradfahren wusste ich, dass ich in der besten Form meines Lebens bin. Ich konnte immer mehr Vorsprung gegenüber Daniel rausarbeiten und habe mich wirklich gut gefühlt.“ sagt er.

Bei dem Wechsel vom Rad auf die Laufstrecke hat Schulz noch immer knappe zwei Minuten Vorsprung auf den Kanadier. Viel mehr als er sich erhofft hatte. „Zum Glück!“, sagt Schulz. „Denn der Lauf lief absolut katastrophal.“ Erst vor einem Monat zog er sich bei einem Dauerlauf einen Außenbandriss zu. Die Herausforderung bei der letzten 5 Kilometer langen Teilstrecke im Laufen, war heute für Schulz aber die Atmung. „Mein Vorsprung ist immer weiter geschmolzen, aber ich dachte mir, dass kannst du auf den letzten Meter jetzt nicht aufgeben.“

Am Ende kommt Schulz unter dem Applaus der jubelnden Menge 28 Sekunden vor Daniel ins Ziel. „Ich hatte nicht mal den Nerv die Fahne zu tragen, sondern wollte einfach nur noch in das Ziel.“ Dritter wird der Spanier Ruiz Lopez mit 37 Sekunden Rückstand auf Schulz.

Da liegt der frisch gebackene Sieger schon völlig außer Atem auf dem Boden. „Es war so ein schwerer Lauf, aber es hat so deutlich gereicht. Es war nie so souverän wie es jetzt am Ende aussah. Ich bin so glücklich!“ Lange hat er sich voll auf den Sport fokussiert. Das hat sich jetzt ausgezahlt.

Als vor dem Zuckerhut die deutsche Fahne gehisst wird und die Nationalhymne spielt, ist der historische Sieg perfekt.

„Die Chancen waren nie so gut wie heute und man muss die Chance ergreifen, wenn man sie hat. Der erste Sieger im Paratriathlon zu sein, ist dann nochmal der I-Punkt.“

Rio 2016: Porträts der Redakteure

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