Hamed Abdel-Samad über den Propheten : Der muslimische Patient

Islamkritiker Hamed Abdel-Samad seziert den Propheten Mohammed. Sein Buch: eine Abrechnung. Sein Besteck: die Psychologie. Lesen Sie hier einen Auszug und den vollständigen Beitrag im digitalen Kiosk Blendle.

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Hamed Abdel-Samad, deutsch-ägyptischer Politologe und Islamkritiker.
Hamed Abdel-Samad, deutsch-ägyptischer Politologe und Islamkritiker.Foto: Thilo Rückeis

Hamed Abdel-Samad glaubt, eine Lösung gefunden zu haben für nichts weniger als die Übel der Gegenwart. Die Lösung im Kampf gegen den IS, gegen die Radikalisierung. Eine Lösung für den Umgang mit den Flüchtlingen in Deutschland und die Unterdrückung muslimischer Frauen. Abdel-Samad hat über ein Jahr lang alle Talkshow-Einladungen abgesagt, um sich auf sein Buch zu konzentrieren. Wenn es nach ihm geht, steht eine zwar schmerzliche, aber heilsame Wurzelbehandlung der islamischen Welt an. Ursachenbekämpfung nicht nur für die Flüchtlingskrise: den Propheten Mohammed anschauen und ihm den Heiligenschein nehmen. Mohammed persönlich, seine Psyche, seine Störungen. Sich von ihm emanzipieren, von diesem unbedingten Vorbild.

„Mohamed. Eine Abrechnung“ hat er sein Buch genannt. Das Angebot, dessen Premiere zu moderieren, habe sich angefühlt wie die Einladung zu einer Kneipenschlägerei, sagt der Moderator und Journalist Daniel Gerlach am Sonntagabend im Heimathafen Neukölln. Im Publikum sind alle Sitze besetzt. Denn Hamed Abdel-Samad polarisiert. Man ist ihm in der Fernsehserie „Entweder Broder“ mit dem rauflustigen Henryk Broder auf eine Deutschlandreise gefolgt. Er lebt seit zwei Jahren mit einer Fatwa, nachdem er dem Islamismus faschistische Züge nachwies. Er wird als „provokanter Islamkritiker“ gehandelt, weshalb die Taschen des Publikums untersucht wurden, Personenschützer in den Kulissen stehen und auf der Karl-Marx-Straße ein Mannschaftswagen parkt.

Dabei hatte es ganz anders begonnen. Als kleiner Junge in einem Dorf bei Kairo war Hamed in der Schule von Anfang an von den Hausaufgaben freigestellt, um Sure für Sure den Koran auswendig zu lernen, damit er später Imam werde wie sein Vater. In seinem Haushalt war die Verehrung des Propheten selbstverständlich „wie Milch und Zucker“.

An diesem Sonntagabend jedoch predigt der 43-jährige Mann in der deutschen Hauptstadt ganz anders. Er sitzt neben dem Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi aus Freiburg auf einem samtigen Sofa vor einer Stehlampe mit Troddeln, vor ihm das Wasserglas wie bei allen Autoren, und attestiert dem Propheten „multiple psychische Krankheiten“. Zwangsstörungen. Geltungssucht.

Mohammed? Ein angstgesteuerter Mensch, ein seelisch Beschädigter, der seine Beschädigungen an seine Anhänger weiterreicht. Minderwertigkeitskomplexe, die in Narzissmus umschlagen, Hilflosigkeit in Gewalt, Verlustängste in Kontrollwahn. Dazu völlige Unfähigkeit zur Kritik.

Der Islam? Ist demnach eine weltweite Leidkultur, die kranke Muster ihres psychisch lädierten Propheten wiederholt.

Abdel-Samad reagiert allergisch, wenn jemand sagt: „Die Gewalt gehört nicht zum Islam.“ Doch, sagt er, im Gegenteil. Sie stehe im Wortlaut drin, sei angelegt im Koran durch die gestörte Person des Propheten, der nach 13 Jahren erfolglosen Predigens in Mekka seine Botschaft von Medina aus mit Gewalt verbreitet habe. Deshalb beriefen sich die Gotteskrieger mit Recht darauf. Es komme jetzt darauf an, Mohammed zu entzaubern ...

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