Aus der Tüte : Kartoffelklöße im Test

Die wenigsten machen die Beilage selbst. Fertigprodukte sparen Zeit, aber nur ein Drittel schmeckt gut. Die Markenhersteller fallen im Klößetest durch.

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Der aufwendige Prozess beginnt mit dem Kartoffelschälen. Doch dann ist es noch lange nicht getan. Die Hälfte der Kartoffeln muss roh gerieben und durch ein Tuch gepresst werden, der Rest wird erst mal gekocht und danach durch eine Kartoffelpresse gedrückt. Schließlich müssen beide Massen mit etwas Stärke vermengt, zu Kugeln geformt und für 30 Minuten in heißes Salzwasser gelegt werden, erst dann sind die Klöße fertig. Weil dazu nur noch wenige Leute Lust und Zeit haben, sind Fertigklöße beliebt. Es gibt sie in verschiedenen Formen – als Pulver zum Anrühren, in Kochbeuteln, als gekühlten Teig, der nur noch geformt werden muss, oder tiefgefroren.

Die Stiftung Warentest hat 31 Fertigklöße getestet, darunter vier Bioprodukte. Als Vergleichsmaßstab für die industriell produzierten Knödel nahmen die Warentester das von Hand gemachte Produkt: frisches Gelb, intensive Kartoffelnote, locker und elastisch. Sensorisch – also in Bezug auf Geschmack, Aussehen und Geruch – reichten an diese „Originale“ aber nur die tiefgekühlten Miniknödel von Burgis und der Frischkloßteig von Heichelheimer heran. Insgesamt schnitt nur ein Drittel der Fertigklöße „gut“ ab, 14 waren lediglich „ausreichend“.

Neben der Sensorik untersuchten die Tester Mikrobiologie und Zusammensetzung. Testsieger war der Frischkloßteig von Heichelheimer, dicht gefolgt vom etwas günstigeren Teig von Friweika.

Bei den Tiefkühlknödeln war nur Aviko „gut“. Die Kloßpulver zum Anrühren enttäuschten generell: Das beste Produkt von Aldi Süd war nur „befriedigend“, alle anderen „ausreichend“. Die Klöße waren schwer formbar und kaum elastisch. Vier Knödel im Kochbeutel waren dagegen gut, an der Spitze das Produkt von Kartoffelland. Nicht zu empfehlen sind die ungekühlten Mini-Knödel von Pfanni und Dr. Willi Knoll. Sie waren am wenigsten mit handgemachten Knödeln vergleichbar. Sie erinnerten eher an Gnocchi und schmeckten stark säuerlich. Dazu enthielt Pfanni unverhältnismäßig viel Fett.

Kaum ein Produkt im Test verzichtete auf Konservierungs- und Verdickungsmittel oder Farbstoffe. Alle Zusatzstoffe, die die Tester fanden, waren aber zugelassen, kein Produkt überschritt den Höchstwert. Pestizide oder gentechnisch veränderte Kartoffeln wurden nicht nachgewiesen. Neun Produkte enthielten aber Mineralölbestandteile, die aus recyceltem Altpapier in die Produkte übergehen können. Sie stehen im Verdacht, Organe zu schädigen. Grenzwerte gibt es noch nicht.

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