20 Jahre „Sammy“ : Die Mutter aller Krokodilmeldungen im Sommerloch

Vor 20 Jahren verschwand "Sammy", der Kaiman. Die anschließende Suche beschäftigte Deutschland fast einen ganzen Sommer lang. Seither gibt es jeden Sommer Berichte von verschwundenen Krokodilen. Wie aber geht es Sammy heute?

Sammy mit seinem damaligen Besitzer Jörg Zars.
Sammy mit seinem damaligen Besitzer Jörg Zars.Foto: dpa

Die „Bestie im Baggersee“, das „Ungeheuer von Loch Neuss“ – vor 20 Jahren begann in einem Baggersee in Dormagen südlich von Düsseldorf die Jagd auf Kaiman „Sammy“. Es war das Sommer-Spektakel des Jahres 1994 und die Mutter aller Krokodilmeldungen im jährlichen Sommerloch. Besitzer Jörg Zars war sein Reptil bei einem Ausflug an den Baggersee ausgebüxt. Die Jagd auf den damals 80 Zentimeter langen Kaiman mit den bernsteinfarbenen Augen hielt die Nation in Atem. Tagelang war das Badegewässer gesperrt.

Seither geistern jedes Jahr Krokodilmeldungen durch das Sommerloch. In diesem Jahr gab es erst eine Krokodilmeldung. Wie berichtet, wird auf Kreta fieberhaft nach einem verschwundenen Krokodil gefahndet. Angst geht um. Krokodile wurden in den letzten Jahren im Rhein bei Speyer gesichtet, in Eltville, Wiesbaden. In Mönchengladbach machte „Kuno der Killerwels“ 2001 einen Sommer lang den Krokodilen Konkurrenz. New York, ja sogar Polen warteten mit Krokodilen auf.

Wie geht es Sammy heute? Heute ist er auf der „Alligator-Action-Farm“ im hessischen Friedberg zu Hause. Doch in seinem Gehege ist er derzeit nicht: „Sammy“ soll an unbekanntem Ort Nachwuchs zeugen, sei unterwegs in Sachen Zucht, verrät Farm-Inhaber René Renz am Mittwoch auf dpa-Anfrage.

Sammy - ein richtig wilder Kaiman

Sammys Besitzer Jörg Zars kämpfte vor verschiedenen Gerichten um seinen Freund und durfte ihn zeitweise wieder bei sich aufnehmen, bevor er 1998 vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht in letzter Instanz scheiterte.

2006 schaffte es Sammy wieder in die Schlagzeilen. In Sachsen wurde Sammy den Tierpflegern zu gefährlich: Er sei „ein richtig wilder Kaiman“, hatte die Falkensteiner Zooleiterin Irene Schönefelder gesagt. Der Tierpark gab seine größte Attraktion „aus Sicherheitsgründen“ ab. Inzwischen ist „Sammy“ etwa 25 Jahre alt. Als „frech und gefährlich“ hatte auch René Renz den Kaiman beschrieben, der heute mehr als doppelt so groß ist und in einem Baggersee inzwischen wohl eine ernsthafte Gefahr wäre. (dpa)

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