A 380 : Die fliegende Dusche

In dem ersten A 380 aus Hamburg bleibt kein Wunsch unerfüllt – für die erste Klasse des Emirates-Fliegers.

Rainer W. During
Emirates
Nur 25 Minuten für jeden. Eine Flugbegleiterin zeigt das Bad an Bord des A 380. -Foto: dpa

Darauf haben Flugpassagiere, denen kein Luxus zu teuer ist, lange gewartet: die Dusche über den Wolken. Die arabische Fluggesellschaft Emirates übernahm gestern in Hamburg ihren ersten Megajumbo vom Typ Airbus A 380 und bietet ihren First- Class-Kunden erstmals in einem Verkehrsflugzeug die nasse Erfrischung.

Zwei der bei Emirates „Dusch-Spas“ genannten Badezimmer befinden sich an der Spitze des Oberdecks vor der First- Class-Kabine. Wer bereit ist, umgerechnet rund 6335 Euro für den Flug von Dubai nach New York und zurück zu zahlen, kann die Reise in einer Privatsuite absolvieren, wie sie in ähnlicher Form bereits auch der Konkurrent Singapore Airlines auf seinen A 380 eingeführt hat. Elektrische Türen garantieren die nötige Privatsphäre, und die mit einem regulierbaren Massagesystem ausgestatteten Sitze lassen sich per drahtloser Fernsteuerung in ein zwei Meter langes Bett verwandeln. Ein 58-Zentimeter-Bildschirm mit mehr als 1100 Unterhaltungskanälen und ein Arbeitstisch mit beleuchtetem Kosmetikspiegel runden das Angebot ab.

Weil es – neben Business- und Economy-Class – nur 14 solcher Suiten an Bord gibt, müssen deren Nutzer nicht befürchten, vor den mit Bodenheizung, exotischen Pflanzen und großzügigem Umkleidebereich mit Ganzkörperspiegel ausgestatteten Spas Schlange stehen zu müssen. Sollten sich alle Luxusreisenden dafür entscheiden, in der Stunde vor der Landung duschen zu sollen, hat man allerdings ein Problem, räumte Emirates-Präsident Tim Clark gestern ein.

Unter der Dusche selbst können die Reisenden auf einem Bildschirm über eine Außenkamera verfolgen, wo sie gerade entlangfliegen. Allerdings ist das nasse Vergnügen in zwölf Kilometern Flughöhe zeitlich begrenzt. Maximal 25 Minuten beträgt die Nutzungsdauer der Dusche, nur fünf Minuten läuft das Wasser. Um die Nasszellen anschließend für den nächsten Nutzer zu reinigen, hat Emirates den Posten der fliegenden Putzfrau neu geschaffen. Zu den Flugbegleitern gehören zwei sogenannte Cabin Service Assistants. Eine halbe Tonne Wasser muss zusätzlich für das Luxusangebot pro Flug mitgeschleppt werden.

Der Chef der Emirates-Gruppe, Scheich Ahmed bin Saaed Al Maktoum, unterzeichnete prompt noch eine Kaufabsichtserklärung für 60 Airbusse der Typen A 330-300 und A 350XWB. Für den A 380 ist Emirates mit 58 bestellten Maschinen der größte Kunde. Von der Gesamtinvestition von 32 Milliarden Euro fließen zwölf Milliarden in die deutsche Wirtschaft, sagte Scheich Ahmed. Und wiederholte die Forderung von Emirates nach zusätzlichen Landerechten in Berlin und Stuttgart.

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