Air France : Männer dürfen nicht neben Kindern fliegen

Die Fluggesellschaft Air France verbietet allein reisenden Männern, neben unbegleiteten Kindern unter zwölf Jahren zu sitzen. Die Regelung erfolge aus Sicherheitsgründen.

Rainer W. During

Die Fluggesellschaft Air France verbietet allein reisenden Männern, neben unbegleiteten Kindern unter zwölf Jahren zu sitzen. Bei anderen Airlines hatte eine entsprechende Praxis in der Vergangenheit zu heftigen Protesten geführt. Die Regelung erfolge aus „Sicherheitsgründen“, sagte eine Air-France-Sprecherin in Paris, ohne diese näher zu erläutern.

Nach einem Bericht der französischen Zeitschrift „Le Point“ soll es in den USA eine Reihe von Klagen gegen die Fluggesellschaft wegen ungebührlichen Verhaltens von Passagieren gegenüber allein reisenden Kindern gegeben haben. Ein Teil der Air-France- Flugkapitäne lehne die Bestimmung jedoch als „unsinnig“ ab. Bereits 2001 war eine entsprechende Regelung bei British Airways bekannt geworden und hatte zu einer Protestwelle geführt. Die Debatte erreichte 2006 ihren Höhepunkt, als der heutige Bürgermeister von London, Boris Johnson, während eines Fluges von einer Stewardess irrtümlich aufgefordert wurde, den Platz neben seinen eigenen Kindern zu räumen.

In Australien und Neuseeland hatte eine gleichartige Bestimmung 2005 Empörung darüber ausgelöst, dass damit alle Männer pauschal als potenzielle Pädophile eingestuft würden. Den Airlines wurde sogar vorgeworfen, gegen die Menschenrechte zu verstoßen.

In Deutschland ist nach Auffassung von Luftrechtsexperten eine derartige Regelung schon durch die Antidiskriminierungsgesetze ausgeschlossen. Für die Fluggesellschaften ist sie auch kein Thema. „Wir achten bei allein reisenden Kindern insgesamt auf das Umfeld“, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Ein Flugbegleiter kümmere sich stets besonders um sie. Gleichermaßen äußerte man sich auch bei Air Berlin. Eine Sitzordnung gibt es auch hier nicht.

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