"Aktion Arschloch" : Die Ärzte mit "Schrei nach Liebe" auf Platz eins

Mit der "Aktion Arschloch" soll ein Zeichen gegen Rechts gesetzt werden. Ziel war es, den Song der Ärzte "Schrei nach Liebe" zurück in die Charts zu bringen. Das ist gelungen. Und wie.

Rod, Bela, Farin - Die Ärzte.
Rod, Bela, Farin - Die Ärzte.Foto: promo

Die Initiative "Aktion Arschloch" eines niedersächsischen Musiklehrers ist erfolgreich. Gerhard Torges hatte via Facebook und Twitter dafür geworben, das Lied "Schrei nach Liebe" der Band Die Ärzte wieder in die Charts zu bringen. Und das ist geglückt: In den Download-Charts hat es das Lied bereits heute auf Platz eins geschafft, nachdem die Aktion erst am Donnerstag gestartet worden war. Ein schneller Erfolg.

Das Lied war bereits 1993 ein großer Erfolg und ein Statement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus angesichts der Anschläge in in Hoyerswerda, Rostock, Solingen und Mölln. Jetzt wollte es Torges wieder nach oben bringen, um gegen den Hass auf Flüchtlinge und die Anschläge auf Heime, wie zuletzt beispielsweise in Heidenau, Meißen oder Freital. zu demonstrieren.

"Ich möchte einfach ein Zeichen gegen die in Deutschland grassierende Fremdenfeindlichkeit setzen", sagte der Initiator Gerhard Torges aus Georgsmarienhütte dem Tagesspiegel bereits am Donnerstag. "Ich möchte das Thema stärker in die Medien bringen. Das Lied der Ärzte hat es schon einmal geschafft, ein Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen - vielleicht kann es erneut das Denken und das Verständnis der Menschen ändern und etwas bewegen."

Der Titel der Initiative leitet sich aus dem Refrain des Liedes ab, in dem ein lautes "ohh-hoooo, Arschloch" zu hören ist. 1993 schaffte es das Lied in den Charts nur auf Platz neun. Auch war aufgrund des lauten Ausrufs "Arschloch" erst umstritten, ob es im Radio gespielt werden sollte.

Die Ärzte selbst unterstützen die Aktion und kündigten an, die Einnahmen an Pro Asyl spenden zu wollen: "Die Ärzte finden es gut und wichtig, dass im Radio Stellung bezogen wird. Die Aktion wäre auch mit jedem anderen Anti-Nazi-Song cool. Wenn es unser Lied sein soll, unterstützen wir das aber natürlich gern.
 Wir wollen an dieser Sache definitiv nichts verdienen und werden alle Einnahmen von 'Schrei nach Liebe' (auch aus der GEMA) an Pro Asyl spenden.
 Wir wünschen allen Nazis und ihren Sympathisanten schlechte Unterhaltung. Bela, Farin, Rod." (Tsp)

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