Anschlag in Moskau : Umarow bekennt sich zu Terroranschlag

Der tschetschenische Terrorist Doku Umarow hat sich zum Anschlag auf den Moskauer Flughafen Domodedowo bekannt und bezeichnete ihn als Vergeltung für die „russischen Verbrechen im Kaukasus“. Umarow drohte mit weiteren Terroranschlägen.

Zwei Wochen nach dem Anschlag auf den Moskauer Flughafen Domodedowo übernimmt der tschetschenische Terrorist Doku Umarow in einer Video-Botschaft die Verantwortung. Er habe die Tat angeordnet, sagt der oft als "Bin Laden Russlands" bezeichnete Umarow in dem Clip, der auf der Website kavkazcenter.com veröffentlicht wird. Zugleich droht er mit weiteren Selbstmordanschlägen wie in Moskau.Weitere Bilder anzeigen
Foto: AFP PHOTO / HO / SITE INTELLIGENCE GROUP
24.01.2011 18:29Zwei Wochen nach dem Anschlag auf den Moskauer Flughafen Domodedowo übernimmt der tschetschenische Terrorist Doku Umarow in einer...

Er habe die Tat angeordnet, sagt der oft als „Bin Laden Russlands“ bezeichnete Umarow in einer Videobotschaft, die am späten Montagabend auf der Website kavkazcenter.com veröffentlicht wurde. Zugleich droht er mit weiteren Selbstmordanschlägen wie in Moskau. Auf dem Flughafen Domodedowo waren vor gut zwei Wochen 37 Menschen getötet worden, darunter ein Deutscher. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt.

 Die Bluttat von Moskau bezeichnete der 46-Jährige Terroristenchef als Vergeltung für die „russischen Verbrechen im Kaukasus“. Die Muslime in der Region befänden sich „im Krieg gegen die russische Besatzungsarmee“, sagte Umarow in dem mehr als 16 Minuten langen Video, das vom Tag des Anschlags, dem 24. Januar, datiert. In der Aufnahme ist Umarow in Tarnjacke und mit schwarzer Mütze vor dunklem Hintergrund zu sehen. Nach Angaben der Website kavkazcenter.com wurde das Video am Montag per E-Mail übermittelt.

 Schon in einer ersten Video-Botschaft, die am Sonntag auf derselben Internetseite veröffentlicht worden war, hatte Umarow gesagt, dass radikale Untergrundkämpfer aus dem Nordkaukasus „einen Bruder“ zu einer „speziellen Operation“ nach Moskau geschickt hätten.
Dabei hatte er aber den Flughafen Domodedowo aber nicht ausdrücklich erwähnt. Ein Selbstmordattentäter hatte sich am 24. Januar im Ankunftsbereich des Flughafens in die Luft gesprengt und 36 Menschen mit in den Tod gerissen. Auch ein 34 Jahre alter Kölner kam ums Leben, eine 36-jährige Deutsche wurde verletzt.

Umarow war schon direkt nach der Tat von den russischen Ermittlern als Verdächtiger genannt worden. Er hatte sich 2010 zu dem zum Blutbad mit 40 Toten in der Moskauer Metro bekannt - auch damals auf der tschetschenischen Internetseite kavkazcenter.com.

Der international zur Fahndung ausgeschriebene Umarow nennt sich auch „Emir vom Kaukasus“ und kämpft nach eigenen Angaben für einen islamischen Gottesstaat im russischen Nordkaukasus. Regierungschef Wladimir Putin hat gedroht, ihn jagen und töten zu lassen.
(dpa)

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