Bilanz für 2016 : Bund gab für Flüchtlinge 22 Milliarden Euro aus

Für die Bewältigung des Flüchtlingsandrangs hat der Bund 2016 knapp 22 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Die Zuwanderung ließ die Einwohnerzahl auf einen neuen Höchststand klettern.

Flüchtlinge treffen in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber Sachsen-Anhalts in Halberstadt ein. Foto: dpa
Flüchtlinge treffen in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber Sachsen-Anhalts in Halberstadt ein.Foto: dpa

Der Bund hat nach einer vorläufigen Schätzung im vergangenen Jahr 21,7 Milliarden Euro für die Bewältigung der Flüchtlingskrise ausgegeben. Für das laufende Jahr plant das Finanzministerium 21,3 Milliarden ein, wie aus dessen am Freitag veröffentlichten Monatsbericht hervorgeht. Der größte Posten entfiel im vergangenen Jahr mit 9,3 Milliarden Euro auf Hilfen für die Länder und Kommunen zur Bewältigung ihrer Flüchtlingsausgaben. 7,1 Milliarden Euro wurden für die Bekämpfung von Fluchtursachen ausgegeben. Der Bund hat den Haushalt 2016 mit einem Überschuss von 6,2 Milliarden Euro abgeschlossen, über dessen Verwendung sich die Koalition noch nicht einig ist.
Durch die Zuwanderung leben in Deutschland so viele Menschen wie noch nie. Es sind rund 82,8 Millionen Menschen. Das geht aus einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes für die Bevölkerungszahl Ende 2016 hervor.

Der bisherige Rekord war 2002 mit 82,5 Millionen Einwohnern erreicht worden. Ende 2015 lebten 82,2 Millionen in Deutschland. Allerdings war die Zuwanderung 2015 deutlich höher gewesen als 2016. Damals kamen rund 1,1 Millionen Menschen mehr nach Deutschland als fortzogen. 2016 beträgt die Differenz aus Zuzügen und Wegzügen voraussichtlich mindestens 750.000 Menschen. Das Geburtendefizit liegt nach der Schätzung 2016 zwischen 150.000 und 190.000, es gab es also deutlich mehr Sterbefälle als Geburten. 2015 hatte die Lücke 188.000 betragen.

Das Statistische Bundesamt erklärte allerdings, dass die Schätzung der Bevölkerungsentwicklung für 2016 "mit größeren Unsicherheiten" als in den Vorjahren behaftet sei. Wegen einer Umstellung der Statistiken auf ein neues Verfahren liege ein Großteil der üblicherweise verwendeten Angaben noch nicht vor. (dpa/AFP)

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