Chinesische Hausbesitzer : Abriss nach Millionenentschädigung

Nach jahrelangem Widerstand gegen den Abriss seines Hauses in Chongqing in der Provinz Sichuan hat ein chinesisches Paar das Gebäude verlassen müssen. Bauarbeiter rissen das "Nagelhaus" ab.

Peking - Das Haus war als einziges auf einem Erdhügel inmitten eines Baugebiets übrig. Die Standhaftigkeit der Eheleute zahlte sich dabei aus: Ein Gericht in Chongqing sprach der Besitzerin Wu Ping und ihrem Mann Yang Wu ein neues Heim im Wert von drei Millionen Yuan (rund 292.000 Euro) sowie eine Entschädigung in Höhe von 900.000 Yuan zu.

Das Ehepaar hatte sich geweigert, sein Haus, in dem es einmal ein Restaurant betrieb, an eine Immobiliengesellschaft zu verkaufen. Nachdem ein Gericht im März den Abriss angeordnet hatte, verschanzte sich der ehemalige Kampfsportmeister Yang in dem Haus, obwohl Wasser und Elektrizität bereits abgeschaltet waren. Der Streit sei auf angemessene Weise beigelegt worden, sagte Richter Jiang Li.

Seine Frau brachte den Fall in einer für China ungewöhnlichen Offenheit in die Medien. Ihr Widerstand brachte ihr den Spitznamen "Widerborstiger Nagel" ein. Die hohe Entschädigung scheint die Gemüter beruhigt zu haben. Zum Abriss des Hauses befragt, antworte Wu lediglich "Tja, so ist das." Ihr Mann habe das Gebäude sicher verlassen können, fügte sie hinzu. (tso/AFP)

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