Colorado Springs : Todesschütze der Frauenklinik droht Todesstrafe

Robert Lewis Dear hatte in einer Frauenklinik um sich geschossen und drei Menschen getötet. Nun ist er einem Richter vorgeführt worden. Offensichtlich war der Mann ein Abtreibungsgegner.

Dem mutmaßlichen Täter Robert Lewis Dear droht als Mindeststrafe lebenslange Haft und als Maximalstrafe der Tod. Er hat in einer Frauenklinik in den USA drei Menschen erschossen.
Dem mutmaßlichen Täter Robert Lewis Dear droht als Mindeststrafe lebenslange Haft und als Maximalstrafe der Tod. Er hat in einer...Foto: AFP

Der mutmaßliche Todesschütze der Frauenklinik in Colorado Springs ist am Montag (Ortszeit) erstmals einem Richter vorgeführt worden. Bei der zehnminütigen Verhandlung in Colorado Springs im US-Bundesstaat Colorado erklärte Richter Gilbert Martinez, die anfängliche Anklage laute „Mord im ersten Grad“. Dem mutmaßlichen Täter Robert Lewis Dear (57) drohe als Mindeststrafe lebenslange Haft und als Maximalstrafe der Tod.

Der bewaffnete Mann soll sich vergangenen Freitag fünf Stunden lang in der Klinik des Familienplanungsverbandes „Planned Parenthood“ in Colorado Springs verschanzt und um sich geschossen haben. Drei Menschen kamen ums Leben, neun wurden verwundet. Der Beschuldigte wurde der Verhandlung per Video zugeschaltet. Die Zeitung „Colorado Springs Gazette“ postete das Video von der Verhandlung auf ihrer Webseite. Dear äußerte sich nicht. Er bestätigte lediglich, dass er den Richter hören könne. Er habe keine Fragen.

Neben Dear stand Verteidiger Daniel King, bekannt als Experte für besonders schwere Fälle. King hat in diesem Jahr bereits den zwölffachen Todesschützen in einem Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado verteidigt. Bei der Verhandlung am Montag kamen mögliche Tatmotive nicht zur Sprache. „Planned Parenthood“ ist die größte Organisation für Familienplanung in den USA.

Abtreibungsgegner üben seit Jahren scharfe Kritik an dem Verband. Führende republikanische Politiker haben gefordert, der Staat solle „Planned Parenthood“ sämtliche Gelder streichen. Für Aufsehen sorgten in den vergangenen Monaten Beschuldigungen einiger Abtreibungsgegner, „Planned Parenthood“ profitiere vom Verkauf der Organe abgetriebener Föten. Die Organisation wies die Vorwürfe zurück. Nach Medienberichten soll Dear bei seiner Festnahme über „Babyteile“ gesprochen haben. Richter Martinez erklärte, am 9. Dezember werde die Staatsanwaltschaft eine umfassende Anklageschrift vorlegen. (epd)

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