• "Creepy Uncle Joe": Joe Biden kommt Frau von neuem Verteidigungsminister zu nahe

"Creepy Uncle Joe" : Joe Biden kommt Frau von neuem Verteidigungsminister zu nahe

US-Vizepräsident Joe Biden hat sich bei der Vereidigung des neuen Verteidigungsministers Ashton Carter dessen Ehefrau auffällig herzlich genähert - und bekommt dafür jetzt Ärger.

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US-Vizepräsident Joe Biden (l) bei der Vereidigungszeremonie des neuen Verteidigungsministers Ashton Carter (r) hinter dessen Ehefrau Stephanie am Dienstag im Pentagon in Washington.
US-Vizepräsident Joe Biden (l) bei der Vereidigungszeremonie des neuen Verteidigungsministers Ashton Carter (r) hinter dessen...Foto: EPA/SHAWN THEW

Am Dienstag hat in den USA der neue Verteidigungsminister Ashton Carter seinen Amtseid abgelegt. Bei dessen Amtseinführungsrede hat Vizepräsident Joe Biden, der die Vereidigungszeremonie leitete, Carters Ehefrau Stephanie aufs Podium gebeten. Während der neue Verteidigungsminister spricht, nähert sich Biden der Frau des Verteidigungsministers und legt seine Hände auf ihre Schultern. Er flüstert ihr noch etwas ins Ohr. Ashton Carter bekommt davon nichts mit, seiner Frau scheint das alles sehr unangenehm zu sein, wenn man sich ihren Gesichtsausdruck ansieht.

Etwa 20 Sekunden dauert sie Szene, die in den Medien in den USA und besonders in den Sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook für Empörung sorgt. "Der gruseligen Onkel Joe" ("creepy uncle Joe") wird Joe Biden dort beispielsweise genannt.

Es ist nicht das erst mal, dass der "zweitstärkste Mann" in den USA mit solcherlei Annäherungen Aufregung in der Bevölkerung ausgelöst hat. Zuletzt fiel er bei der Vereidigungszeremonie von Senator Christopher Coons (US-Bundesstaat Delaware) im Januar unangenehm auf. Dort legte er Coons Tochter ebenfalls die Hände auf die Schultern, wollte ihr sogar einen Kuss auf die Wange geben. Der Vater wischt die irritierende Szene mit einem Lächeln weg, seine Tochter hingegen wirkte sichtlich irritiert.

Zur Politik:

In einem Schreiben an die Mitarbeiter des Pentagon kündigte der frisch vereidigte Verteidigungsminister an, Präsident Barack Obama mit "offenem und ehrlichem" strategischen Rat zur Seite zu stehen. Die USA müssten sich in einer "turbulenten und gefährlichen Welt" großen Herausforderungen stellen.

Der Senat hatte Carter vergangene Woche mit breiter Mehrheit als Nachfolger von Chuck Hagel bestätigt. Der 60-Jährige ist bereits der vierte Verteidigungsminister seit Obamas Amtsantritt im Januar 2009. Carters Vorgänger hatten ein oft schwieriges Verhältnis zum Präsidenten. Sie zeigten sich frustriert darüber, dass sich Obama in der Sicherheitspolitik zu sehr auf einen kleinen Kreis von Vertrauten im Weißen Haus verlasse.

Carter blickt auf eine lange Erfahrung als Pentagon-Beamter zurück. Während der Präsidentschaft von Bill Clinton in den 90er Jahren kümmerte sich der promovierte Physiker als Abteilungsleiter für Internationale Sicherheitspolitik darum, die Atomwaffenarsenale in den früheren Sowjetrepubliken zu sichern. Von 2009 bis 2011 war Carter im Pentagon Staatssekretär für Technologie und Waffenbeschaffung, anschließend amtierte er bis Ende 2013 als stellvertretender Verteidigungsminister. (mit AFP)

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