Welt : Dan Kelly ist tot, die Family singt weiter Seine Kinder starten eine

neue Tournee

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Von Kristina Schmidt

Der Patriarch der wohl bekanntesten singenden Familie der Welt ist tot: Daniel Jerome „Dan" Kelly verstarb am Montag in Köln an den Folgen eines Schlaganfalls. Laut „Bild“ sollen seine letzten Worte „keep on singing, Kellys" gewesen sein.

Für viele Fans entspricht das einem großen Wunsch. Singen, das tun die Kinder der Kelly Family nun schon seit den Sechzigerjahren. Als „singende Altkleidersammlung" bezeichnet und von Hygienefanatikern als „Smelly Family" betitelt, spielte sich die amerikanisch-irisch-deutsche Band, allen nörgelnden Musikkritikern zum Trotz, in die Herzen mehrerer Generationen. Dahinter steckte wohl die Sehnsucht vor allem von Kindern, einer großen, glücklichen Familie in einem engen, heimelig riechenden Wanderzirkuswagen anzugehören.

Neun der insgesamt zwölf Kelly-Kinder stehen bei Konzerten auf der Bühne. Vater Dan hatte eigenhändig für ihre musikalische Ausbildung gesorgt und ihnen das Spielen von verschiedenen Instrumenten beigebracht. Der ehemalige Gymnasiallehrer hielt jedoch nicht sehr viel von klassischer Schulbildung. Die Kinder wurden, wenn sie gerade mal nicht Gitarre spielten oder sangen, von ihm und seiner Frau zu Hause unterrichtet. Von der Großmutter bis zum Kind reicht die Gruppe der Fans, die sich von der Großfamilien-Idylle auf der Bühne und dem musikalischen Mix aus Folk, Rock und Pop angesprochen fühlen.

Dan Kelly und seine Frau Barbara, die 1982 nach der Geburt des zwölften Kindes starb, lebten bis 1966 in den USA – bis er feststellte, dass Amerika „kulturlos und destruktiv“ sei und seine damals noch recht kleine Familie nach Europa verpflanzte. Genauer gesagt nach Spanien, wo er mit Antiquitäten handelte und als Selbstversorger einen Bauernhof betrieb. Elf Jahre später startete die Familie ihr Wanderleben quer durch Europa. Die Schar der kleinen Musiker wurde mit den Jahren immer größer und der große Erfolg stellte sich endlich in den 90ern ein. Mit dem 1994 erschienen Album „Over the Hump" fanden ihre Lieder in alle Radiosender und auf die Bildschirme.

Aus den Straßenmusikanten wurden Schlossbesitzer: Das Hausboot der Familie wurde gegen das Schloss Gymnich eingetauscht, der Garten gegen hysterische Fans abgeriegelt. Dan Kelly war stets die treibende Kraft hinter seinen musizierenden Kindern, er hielt die Zügel fest in der Hand. Weniger freundliche Beobachter betitelten ihn auch als Tyrann, Geizkragen und Choleriker. 1990 erlitt er seinen ersten Schlaganfall. Im Dezember 2001 musste er mit Hirnbluten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Dan Kelly wird an diesem Wochenende im Kreise der Familie in Irland beerdigt. Am 11. August wird in der Kirche Sankt Maria Himmelfahrt in Köln eine Gedenkmesse stattfinden. Die Mitglieder der Kelly Family werden für diese Messe von Irland zurück nach Deutschland fliegen. „Unsere Konzerte fallen nicht aus, auch wenn wir um unseren Vater trauern“, erklärte Joey Kelly.

Am 24. August startet die Tournee im brandenburgischen Eisenhüttenstadt.

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