• Der Atombombenangriff vom 6. August 1945: Verschollenes Foto von Hiroshima gefunden

Der Atombombenangriff vom 6. August 1945 : Verschollenes Foto von Hiroshima gefunden

An einer Grundschule der Stadt ist eine alte Aufnahme entdeckt worden, die eine unbekannte Perspektive zeigt. Das Foto, das von einem Unbekannten aufgenommen worden war und im Besitz eines Sammlers war, galt als verschollen.

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Das ist das verschollene Foto.
Das ist das verschollene Foto.Foto: AFP

Jahrzehntelang lag die Fotografie vergessen zwischen Artikeln über den Atombombenangriff auf Hiroshima am 6. August 1945. Nun wurde das Dokument in den Unterlagen, die an der Honkawa-Grundschule der japanischen Stadt aufbewahrt werden, entdeckt. Die Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt das Geschehen aus einer bisher unbekannten Perspektive. Es wurde vermutlich zehn Kilometer vom Zentrum der Verwüstung entfernt aus aufgenommen, eine halbe Stunde nach der todbringenden Explosion, teilt das Hiroshima Peace Memorial mit. Außerdem gehöre das Bild zu den wenigen, auf denen die Trennung der pilzförmigen Wolke in zwei Teile zu erkennen ist.

Die etwas verwaschenen Wolken in der Ferne schaffen eine merkwürdige Distanz zu dem Geschehen an jenem Sommertag vor 67 Jahren. Auf Befehl des US-Präsidenten Harry S. Truman hob in den frühen Morgenstunden der Bomber „Enola Gay“ – benannt nach der Mutter des Piloten – ab, um die neue Waffe erstmals einzusetzen.

140 000 Menschen wurden in Hiroshima getötet. Das bekannte Bild links zeigt die verwüstete Stadt.
140 000 Menschen wurden in Hiroshima getötet. Das bekannte Bild links zeigt die verwüstete Stadt.Foto: picture alliance / Photoshot

Um 8.15 Uhr Ortszeit wurde die Bombe „Little Boy“ ausgeklinkt und wenig später in 600 Metern Höhe gezündet. So sollte verhindert werden, dass ein Großteil der Explosionsenergie in den Boden abgestrahlt wird. Umso heftiger waren die Zerstörungen, die sie an der Oberfläche anrichtete. Große Teile der Innenstadt wurden ausgelöscht, zehntausende Menschen wurden sofort getötet. Einschließlich der Langzeitfolgen durch die freigesetzte Radioaktivität starben schätzungsweise 140 000 Menschen.

Für die Form der auf dem jetzt gefundenen Foto abgebildeten Wolke gibt es eine Erklärung. Unmittelbar nach der Explosion einer Atombombe bildet sich ein gewaltiger Feuerball. Die erhitzte Luft steigt nach oben und saugt von unten weitere Luft an. Dabei werden große Mengen Asche und Staub nach oben gerissen, die den Stiel des „Atompilzes“ bilden. Der Kopf entsteht, wenn sich die warme Luft so weit abkühlt, dass sie nicht weiter aufsteigt und sich zur Seite hin ausdehnt. Das zeigen die Bilder von Hiroshima und Nagasaki, wo drei Tage später eine weitere Atombombe gezündet wurde. Das sind bislang die beiden einzigen Orte, an denen die verheerenden Waffen zur Vernichtung von Menschen eingesetzt wurden.

Der Kreis der Länder, die mit der Atombombe Politik machen, ist bisher auf neun gewachsen. Mit Iran wären es zehn.

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