Welt : Deutsche Jacht für den Sohn eines Diktators Teurer Plan von Obiang

aus Äquatorial-Guinea

Berlin - Theodorin Obiang hat bei der deutschen Firma Kusch Yachts die zweitteuerste Jacht der Welt in Auftrag gegeben. Das hat die britische Nicht-Regierungsorganisation Global Witness herausgefunden. Der 41-jährige Sohn des Langzeit-Diktators des westafrikanischen Ölstaates Äquatorial-Guinea wolle dafür 380 Millionen US-Dollar ausgeben. Mit seinem offiziellen Gehalt als Minister für Land-und Forstwirtschaft von monatlich 6799 US-Dollar bräuchte er dafür nach Berechnungen von Global Witness etwa 4600 Jahre. Deshalb folgert Gavin Hayman, Sprecher der Organisation, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann, wenn der Präsidentensohn eines armen Landes, das im Index der menschlichen Entwicklung des UN-Entwicklungsprogramms auf Platz 117 steht, eine so teure Jacht in Auftrag gibt.

Diesen Verdacht hat nicht allein Global Witness: Das amerikanische Justizministerium hat im September 2007 festgestellt, dass das Vermögen von Präsident Theodoro Nguema Obiang, derzeit Vorsitzender der Afrikanischen Union (AU), zum großen Teil aus „Erpressung, Diebstahl öffentlicher Mittel oder anderen korrupten Handlungen stammt“. Theodoro Nguema Obiang hat sich 1979 an die Macht geputscht und seinen nicht minder blutrünstigen Onkel erschießen lassen.

Seit Mitte der 90er Jahre fördert Äquatorial-Guinea Öl. Die Einnahmen sind der Bevölkerung nicht zugute gekommen. Denn 77 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Dagegen wird der Präsident auf dem achten Platz der „Forbes“-Liste der reichsten Menschen der Welt geführt. Sein Sohn Theodorin, der in den USA eine Villa besitzt und zudem über einen Privatjet verfügt, gilt als mutmaßlicher Nachfolger.

Die Kusch-Werft im norddeutschen Wewelsfleth hat noch nicht mit dem Bau der Jacht begonnen, berichtet Global Witness. Das Presseamt von Äquatorial-Guinea antwortete auf die Frage nach dem Auftrag, Theodorin Obiang habe zwar das Design für die Jacht in Auftrag gegeben, sei von dem Kauf aber wieder abgekommen. deh

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