Welt : Ein Burger, der nicht verschimmelt

Kuriose Geschichte einer New Yorker Künstlerin

Wollte Verfall fotografieren. Sally Davies in ihrem Appartement in Manhattan. Foto: AFP Foto: AFP
Wollte Verfall fotografieren. Sally Davies in ihrem Appartement in Manhattan. Foto: AFPFoto: AFP

New York - In den USA herrscht Verwunderung über einen Burger, dessen Aussehen und Konsistenz sich seit sechs Monaten angeblich kaum verändert haben. Die Fotokünstlerin Sally Davies hatte den Burger und eine Portion Pommes frites am 10. April in einer Filiale von McDonald’s gekauft, um die Veränderungen des Menüs auf Fotos festzuhalten. Zu ihrer Überraschung tat sich aber nicht viel. „Ich habe angefangen zu fotografieren – aber es ist nichts passiert“, sagte Davies der Nachrichtenagentur AFP. „Es hat einen Tag lang gerochen, und danach nicht mehr.“ Tatsächlich sah der Burger immer noch recht frisch aus, wie sich ein AFP-Reporter in der New Yorker Wohnung der kanadischen Künstlerin und Fotografin überzeugen konnte. Er war lediglich etwas kleiner geworden, dann aber in aller Schönheit „versteinert“. Laut Davies gab es weder Anzeichen für Schimmel, noch roch er schlecht. Ihre Hunde Charlie und Suki liefen während des Gesprächs immer mal wieder zu dem Tisch, auf dem das Essen lag, zeigten aber keinerlei Interesse.

Alles habe mit einer Wette begonnen, berichtet die Künstlerin, die seit rund 20 Jahren in Manhattan lebt. Sie habe einem Freund von der Internetgeschichte eines Lehrers berichtet, der seit zwölf Jahren seiner Klasse das stets gleiche Fastfood-Menü zeige. „Mein Freund lachte mich als leichtgläubig aus – also habe ich selbst Hamburger und Fritten gekauft und angefangen, sie zu fotografieren.“ Vorwürfe, sie erlaube sich nun ihrerseits einen schlechten Scherz, wies Davies zurück – jeder könne das Experiment ja wiederholen.

In den USA berichteten zahlreiche TV-Shows über den unverwüstlichen Burger. Es wurde darüber spekuliert, wie sich das Essen so lange halten konnte, ohne schlecht zu werden. Ein McDonald’s-Sprecher wollte sich zu der Aktion nicht äußern, solange die Bedingungen unklar seien, unter denen das Essen aufbewahrt wurde. In einer Erklärung versicherte der Konzern jedoch, ihre Speisen würden „gänzlich ohne Konservierungsmittel, nur mit Salz und Pfeffer zubereitet“. Bakterien und Schimmel würden sich nur unter bestimmten Bedingungen entwickeln, nicht aber bei großer Trockenheit. AFP

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