Welt : Ein Monster von einem Sturm

Zwischen Washington und Boston wird der Hurrikan Sandy erwartet – die Ostküste will vorbereitet sein.

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Im Angesicht des Sturms. Das Foto stammt von der Universität Wisconsin und zeigt die gewaltige Ausdehnung von „Sandy“. Foto: AFP
Im Angesicht des Sturms. Das Foto stammt von der Universität Wisconsin und zeigt die gewaltige Ausdehnung von „Sandy“. Foto: AFPFoto: AFP

Amerika spricht in Anlehnung an die Monstergestalt der Filmindustrie von einem „Frankenstorm“. Die schiere Größe des Sturmwirbels flößt den Menschen an der Ostküste Furcht ein. Noch in 700 Kilometer Radius um das Auge des Hurrikans „Sandy“ sei mit Zerstörungen zu rechnen, warnen die Wetterforscher. Insgesamt hat die Front damit die außergewöhnliche Breite von rund 1400 Kilometern. Am Wochenende waren bereits mehr als 50 Menschen gestorben, als der Wirbelsturm durch die Karibik fegte. US-Präsident Barack Obama persönlich warnte, „Sandy“ müsse ernst genommen werden.

Nun zieht der Wirbelsturm nahe der Atlantikküste der USA nach Norden und soll das Festland in der Nacht von Montag zu Dienstag zwischen der Delmarva-Halbinsel, die teils zu Maryland und teils zu Delaware gehört, sowie dem Bundesstaat Rhode Island erreichen. Damit liegen die Großstädte New York und Philadelphia in der Bahn des Hurrikans. Der südliche Flügel der breiten Front wird die Hauptstadt Washington bedrohen und der nördliche Flügel die Universitätsstadt Boston. Jede dieser Regionen muss mit starkem Regen, der bis zu 24 Stunden anhalten kann, sowie Sturmwinden mit Geschwindigkeiten bis zu 120 Stundenkilometern rechnen. Das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York bleibt an diesem Montag wegen des nahenden Hurrikans geschlossen.

Die Gouverneure der Küstenstaaten North Carolina, Virginia, Maryland, Delaware, New Jersey, Connecticut und Rhode Island haben die Evakuierung besonders gefährdeter Küstenabschnitte angeordnet. Die Stromversorger warnen, dass mehrere Millionen Bürger über Tage ohne Elektrizität auskommen müssen, weil der Sturm Äste oder ganze Bäume in die Stromleitungen stürzen könnte. Nur in den Zentren von Großstädten sind sie bereits unter die Erde verlegt worden. Energieversorger wie Dominion in Virginia und Pepco in Washington haben bereits je 2500 Männer und Frauen zusätzliches Personal für ihre Reparatur-Crews angefordert, um die unterbrochenen Leitungen möglichst rasch zu flicken.

Die Bürgermeister ermahnen die Einwohner, den Bedarf an haltbaren Nahrungsmitteln und Trinkwasser für mindestens drei Tage vorzuhalten, Kerzen und Batterien einzukaufen und das Auto vollzutanken.

Auch im Flugverkehr gibt es Beeinträchtigungen, sowohl bei den inneramerikanischen Verbindungen als auch bei den Interkontinentalflügen von und nach Europa. Airlines in den USA strichen nach Angaben eines Flugportals über 5000 Flüge. Hauptsächlich betroffen ist nach Angaben des Flugtrackers „FlightAware.com“ der New Yorker Flughafen Newark, gefolgt vom Internationalen Flughafen Washington-Dulles und Philadelphia. Auch vom größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main wurden erste Verbindungen nach Nordamerika gestrichen. Die Fluglinie Air Berlin streicht ebenfalls mehrere Flüge. Wie eine Sprecherin am Sonntagabend mitteilte, würden am Sonntag, Montag und Dienstag zehn Flüge von Berlin und Düsseldorf nach New York und zurück ausfallen. AIR BERLIN]

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