eSports : Profi-Gamer erhält Visum für Spitzensportler

Online-Spiele sind mittlerweile weltweit zu einem relevanten Wirtschaftszweig geworden. Nachdem die US-Einwanderungsbehörde das Spiel League of Legends als Profisportart anerkannt hat, erhält jetzt der erste professionelle Spieler ein Visum für Spitzensportler in den USA.

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Online-Spiele wie "League of Legends" oder das hier zu sehende "Glorious Mission Online" erfreuen sich größter Beliebtheit. Die Branche spricht mittlerweile von der größten Subkultur der Welt.
Online-Spiele wie "League of Legends" oder das hier zu sehende "Glorious Mission Online" erfreuen sich größter Beliebtheit. Die...Foto: Reuters

International anerkannte Sportler erhalten seit langem einen speziellen Immigrantenstatus, wenn sie für eine US-Mannschaft spielen wollen. Man erinnere sich an den Briten David Beckham, der für "Los Angeles Galaxy" Fußball gespielt hat.

Vor einem Monat hat nun die US-Einwanderungsbehörde das Online-Spiel "League of Legends" als professionelle Sportart anerkannt. Jetzt erhält Danny Le alias "Shiphtur" als erster sogenannter "pro gamer", also professioneller Nutzer von Online-Spielen, ein Visum, wie The Verge berichtete. Es weist ihn als international anerkannten Athleten aus.

Gleichsetzung von Football und eSports

Le, ein Kanadier, darf damit in die Vereinigten Staaten einreisen, um für die Weltmeisterschaften im Oktober zu trainieren. Die Siegprämie für den Bewerb beläuft sich auf eine Million US-Dollar. Die Entscheidung aus dem letzten Monat hebt die elektronischen Sportarten, kurz eSports, damit auf ein Level mit den traditionellen Spielen wie Baseball oder Football. Die Entscheidung der Einwanderungsbehörde markiert einen Wendepunkt. US-Mannschaften soll damit ermöglicht werden, in internationalen Wettbewerben konkurrenzfähig zu bleiben.

Auch andere Spieler von elektronischen Sportarten haben in der Vergangenheit schon Visa erhalten, meist für einzelne Veranstaltungen. Le ist jedoch der erste, der während seinem Aufenthalt tatsächlich auch Geld verdienen darf. Die Einwanderungsbehörde von der Legitimität der eSports als Sportart zu überzeugen, war nicht einfach. "Wir mussten beweisen, dass diese Sportart eine beständige und existenzfähige Karriere darstellt und dass die Teilnehmer solcher Wettbewerbe von ihrer Tätigkeit leben können", sagte Dustin Beck, der Vizepräsident von Riot Games, dem Hersteller von League of Legends. Der erste Schritt, auch für andere eSport-Ligen, sei damit getan. "Das ist eine große Sache, einfach überwältigend", sagte Le der Los Angeles Times.

Auch für andere wird das Hobby zum Beruf

Bei League of Legends nimmt jeder Spieler die Rolle eines Beschwörers an, der wiederum eine Einheit steuert. Jeweils zwei Teams von drei bis fünf Spielern treten dann gegeneinander an und versuchen, das jeweilige Hauptgebäude des Gegners zu zerstören. Als professionelle Spieler gilt dabei eine kleine Anzahl von Teilnehmern weltweit, die extrem schnelle Reflexe besitzt und damit den anderen Spielern überlegen ist. Auch in Deutschland gibt es Spieler, die mit ihrem Hobby mittlerweile ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Ein prominentes Beispiel dafür ist der Youtube-Kanal von Gronkh, einem Gamer aus Köln, der seine Spielsitzungen aufnimmt, online stellt und von den Werbeeinnahmen lebt.

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