Festivals : „Grüne Hölle“ ersetzt "Rock am Ring"

Das Nachfolgefestival von Rock am Ring in der Eifel wird ab 2015 den Namen „Grüne Hölle - Rockfestival am Nürburgring“ tragen. Damit hat der Veranstalter Peter Schwenkow seinen Konkurrenten Marek Lieberberg ausgebootet.

Zum letzten Mal am nächsten Wochenende: Rock am Ring.
Zum letzten Mal am nächsten Wochenende: Rock am Ring. Das Festival wird verlegt und am Nürburgring durch ein anderes ersetzt.Foto: dpa

Das Nachfolgefestival von Rock am Ring in der Eifel wird ab 2015 den Namen „Grüne Hölle - Rockfestival am Nürburgring“ tragen. Das gaben die Capricorn Nürburgring GmbH (CNG) und der neue Musikpartner Deutsche Entertainment AG (Deag) am Dienstag bekannt.

Beide Seiten schlossen einen Vertrag für fünf Jahre. „Der Nürburgring ist und bleibt auch in Zukunft das Mekka für Rockfans in Europa“, sagte CNG-Geschäftsführer Carsten Schumacher. Das neue Festival soll wie bislang das von Marek Lieberberg veranstaltete Rock am Ring stets am ersten Juniwochenende steigen. Der Vertrag mit Lieberberg war vom Ring-Betreiber gekündigt worden.

Damit hat Peter Schwenkow mit seiner Deag den Konkurrenten Marek Lieberberg ausgebootet. Dessen Traditionsfestival findet am kommenden Pfingstwochenende zum letzte Mal an diesem Ort statt.

Marek Lieberberg zieht mit "Rock am Ring" wahrscheinlich nach Mönchengladbach

Lieberberg zieht es in das rund 130 Kilometer nördlich gelegene nordrhein-westfälische Mönchengladbach. Der Konzertveranstalter will künftig auf dem Gelände JHQ Rheindahlen, einem ehemaligen britischen Militärgelände, ein Musikspektakel auf die Beine stellen.

Ein entsprechender Antrag sei bereits gestellt worden, sagte eine Lieberberg-Sprecherin in Frankfurt. Darüber hatte die „Rheinische Post“ berichtet. Der Zeitung sagte Lieberberg: „Ich kann mir keinen schöneren Festivalplatz vorstellen.“ Ob es letztlich auch dazu komme, sei noch nicht klar, sagte die Sprecherin. Verwalter des Geländes ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Bonn.

Marek Lieberberg gibt Streit ums Geld als Grund an

Die Stadt Mönchengladbach führt nach eigenen Angaben bereits seit geraumer Zeit Gespräche mit Lieberberg. Bei einem weiteren Treffen würden noch die Themen Lärm- und Naturschutz angesprochen. Rock am Ring sei „eine Option unter mehreren“ für die Nutzung des JHQ-Areals, teilte Oberbürgermeister Norbert Bude (SPD) mit. Er freue sich, dass Lieberberg die Stadt als Veranstaltungsort für das Festival bevorzuge. „Für das Image der Stadt wäre dies eine tolle Sache.“ Am kommenden Wochenende (5. bis 8. Juni) wird Rock am Ring noch ein letztes Mal am Nürburgring über die Bühne gehen. Zu den Top Acts zählen Metallica, Linkin Park, Kings of Leon und Iron Maiden. 2013 waren rund 87 000 Besucher und 80 Bands gekommen. An dem Zwillingsfestival Rock im Park in Nürnberg soll sich nichts ändern.

Grund für den Weggang aus der Eifel ist laut Lieberberg die Kündigung des Vertrags seitens des Ring-Betreibers. Dessen Forderung sei wirtschaftlich nicht vertretbar. Dabei sei der Nürburgring schon die teuerste Veranstaltungsstätte in Deutschland.

Ring-Sprecher Nuvoloni sagte, der bisherige Vertrag mit Lieberberg sei bereits im Januar und damit vor dem Verkauf an den Düsseldorfer Autozulieferer Capricorn gekündigt worden. Das sei wegen der EU-rechtlichen Vorgaben bei einem solchen Verkaufsprozess mit allen Verträgen am Ring geschehen. (Tsp/dpa)

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