"Feuchtgebiete"-Trailer : Facebook will keine Sex-Szenen zeigen

Zu feucht für Facebook: Der Filmtrailer zu „Feuchtgebiete“ wird auf dem Sozialen Netzwerken zensiert. Der Filmverleih hat nun eine neue, Online-freundliche Version herausgebracht. Doch was die Gemüter erhitzt, sieht man erst, wenn man sich das Original anschaut.

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Wen's juckt: Im Film "Feuchtgebiete" hat die Protagonistin Helen (Carla Juri) allerhand anale Probleme. Facebook & Co. wollten den Trailer dazu lieber nicht zeigen.
Wen's juckt: Im Film "Feuchtgebiete" hat die Protagonistin Helen (Carla Juri) allerhand anale Probleme. Facebook & Co. wollten den...Foto: Majestic

Zwei Menschen küssen sich: zensiert. Ein Nassrassierer gleitet ein Bein herab: zensiert. Eine Nadel zersticht eine Seifenblase: zensiert. Der Trailer zum Kinofilm „Feuchtgebiete“ ist ein Augenschmaus der Altersfreigabe. Immer wieder verdecken bunte Sterne vermeintlich explizite Filmszenen. Damit reagiert der Filmverleih Majestic auf die Befindlichkeiten von Facebook und Google.

Denn der Trailer ist eine zweite Version – die erste, unzensierte Variante wurde auf dem Netzwerk Facebook wegen „sexuell expliziter und aufreizender Inhalte“ gelöscht, teile Majestic mit. Auch die Videoplattform Youtube, eine Google-Tochter, tat sich mit dem Video schwer. Neben dem Trailer darf nach Angaben von Majestic keine Werbung geschaltet werden. Die Originalversion steht nun nicht mehr auf den Sozialen Netzwerken, sondern auf der offiziellen Seite feuchtgebiete-film.de.

In Deutschland wurde der Filmtrailer von der freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) für Zuschauer ab 12 Jahren freigegeben. Der Film, der am 22. August in die Kinos kommt, ist ab 16 Jahren freigegeben.

Im Trailer wird die Protagonistin Helen (gespielt von Carla Juri) unter anderem bei der Selbstbefriedigung oder Intimhygiene gezeigt – allerdings stets so, dass das Explizite erst im Kopf des Zuschauers entsteht. Der nun zensierte Trailer suggiert mehr, als tatsächlich gezeigt wird. So verdecken die Sternchen jetzt Zungenküsse und Oberschenkel. Der Film selbst erzählt auf der Grundlage des Skandalromans von Charlotte Roche die Geschichte einer experimentier- und zeigefreudigen 18-Jährigen – explizite Sexszenen inklusive.

Dem Filmverleih dürfte die Zensur der US-Firmen – und die Aufregung darum – gelegen kommen. „Inzwischen nehmen die Platzhirsche aus den USA auch endlich ihre erzieherische Aufgabe wahr, die deutsche Jugend vor der sexuellen Verrohung zu schützen“, teilte der Verleih ironisch mit. Seinen neuen Trailer präsentiert Majestic auf Youtube mit den Worten, nun auf all jene Rücksicht nehmen zu wollen, „die sich durch unseren Trailer verletzt fühlen oder sich schon beim Anblick ihres eigenen Körpers ekeln.“

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