Gesundheit : Kinderärzte fordern Piercing-Verbot

Durchstochene Ohren bei Säuglingen? Jede fünfte Einjährige trägt schon heute Ohrringe. Die Kinderärzte sind alarmiert.

BraunschweigDeutsche Kinderärzte fordern ein Verbot von Piercing und Tätowierungen bei Minderjährigen. Der Präsident des Verbands der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland, Wolfram Hartmann, äußerte sich in der "Braunschweiger Zeitung" alarmiert über die wachsende Zahl solcher Eingriffe sogar schon bei Kindern unter zehn Jahren. Besonders problematisch seien Piercings in dubiosen, nicht vom Gesundheitsdienst überwachten Studios. "Die Infektionsgefahr ist groß, Dauerschäden nicht selten", warnte Hartmann. Immer wieder komme es zu Entzündungen und Verletzungen. Zunehmend kämen auch Eltern in die Praxen mit der Bitte, Tätowierungen ihrer Kinder rückgängig zu machen.

Mit großer Sorge sehen die Ärzte zudem das zunehmende Ohrlochstechen schon bei Säuglingen. Mittlerweile weise jedes fünfte Mädchen im Alter von einem Jahr Ohrlöcher auf. Hartmann will die Forderung nach einem Verbot am Mittwoch in einer Anhörung dem Gesundheitsausschuss des Bundestages vorlegen. Dabei geht es um einen Antrag der Koalitionsfraktionen, wonach ein Verbot nicht notwendiger Schönheitsoperationen bei Minderjährigen geprüft werden soll. Auch hier hält Hartmann staatliches Handeln für geboten. Schönheitsoperationen bei Kindern und Jugendlichen spielten zwar noch nicht eine so große Rolle wie in den USA, aber "wir müssen aufpassen - in den USA gibt es die Brust-OP als Geschenk zum Abi". (mpr/AFP)

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