Gesundheit : Brennstoffzellen: Billige Energie für Krankenhäuser und Universitäten

RHK

Krankenhäuser oder Universitätslabors könnten mit Brennstoffzellen ihren Energiebedarf erheblich billiger und umweltfreundlicher als bisher decken. Das demonstriert die deutsche Firma MTU mit Prototypen, die demnächst in Serie gehen sollen.

Bei Temperaturen von 650 Grad Celsius verwandeln sich in einem Zylinder mit zweieinhalb Metern Durchmesser und neun Metern Länge Erdgas oder Biogas in Wasserstoff und andere chemische Verbindungen. Der Wasserstoff verbindet sich in den 350 Brennstoffzellen aus Nickeloxid und Lithium-Kalium-Karbonat mit Sauerstoff zu Wasser.

Bei diesem Prozess entsteht elektrischer Strom effizienter als in herkömmlichen Gaskraftwerken. Das gilt besonders für Leistungen zwischen dreihundert Kilowatt und drei Megawatt, in dem Gasturbinen einen Wirkungsgrad von höchstens 26 Prozent erreichen. Die Brennstoffzelle dagegen verdoppelt diesen Wirkungsgrad glatt auf 52 Prozent. Gleichzeitig entsteht sehr heißer Wasserdampf, der in einer nachgeschalteten Turbine ebenfalls Strom erzeugt. Damit steigt der Wirkungsgrad auf 65 Prozent. Anschließend kann der Dampf noch zum Sterilisieren von Operationsbesteck und anderen Utensilien im Krankenhaus oder in Laboratorien verwendet werden.

Mit diesem Zusatznutzen steigt der Wirkungsgrad sogar auf über achtzig Prozent - drei mal mehr als bei herkömmlichen Turbinen. MTU hat bereits seit 1999 einen Prototypen an der Universität Bielefeld laufen, der inzwischen mehr als fünfhundert Megawatt Energie geliefert hat. Ein zweiter Prototyp soll in diesem Frühjahr im Rhönklinikum in Nordbayern in Betrieb gehen. Ein dritter Prototyp wird ebenfalls in diesem Jahr im Mercedes-Benz-Werk im amerikanischen Alabama getestet werden.

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