Gesundheit : Eine Stadt für die Gentechnik

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Inmitten einer tropischen Parkanlage liegt „ Biopolis “, das Ende 2003 eröffnete hochmoderne Zentrum für Bio- und Gentechnik Singapurs. Skulpturen wie meterhohe stählerne Pusteblumen oder metallische Nachbildungen von Virusproteinen lockern den Campus auf und stellen den Versuch dar, die Welt der Molekularbiologie ästhetisch widerzuspiegeln. Die mittlerweile neun klimatisierten Gebäude der Biopolis sind acht bis 13 Stockwerke hoch, technisch auf dem neuesten Stand, über Luftbrücken verbunden und tragen programmatische Namen wie „Nanos“, „Matrix“ oder „Genome“. Gut eine Viertelmilliarde Euro hat Singapur in den Campus investiert, auf dem 10 000 Menschen arbeiten.

Der am Äquator gelegene Stadtstaat mit seinen 3,5 Millionen Einwohnern ist die Schweiz Asiens: wohlhabend, ökonomisch erfolgreich, technisch avanciert und ordnungsliebend. Die Investitionen in die Biotechnik – seit 2000 knapp eine Milliarde Dollar – sind jedoch nicht altruistischer, sondern ökonomischer Natur. Das Land, das durch Elektronik reich wurde, setzt nun angesichts der Konkurrenz durch Billigländer auf neue Zukunftsfelder. Um international konkurrenzfähig zu werden, holte man namhafte Wissenschaftler wie „Dolly“-Mitschöpfer Alan Colman, den deutschen Genforscher Axel Ullrich und einige Nobelpreisträger ins Land. Dutzende von Unternehmen, darunter Pharmafirmen wie Novartis , siedelten sich in der Biopolis an. Weil es Singapur an wissenschaftlichem Nachwuchs mangelt, ist das Land auch künftig darauf angewiesen, Forscher zu importieren – mittlerweile aus mehr als 60 Ländern.

Allerdings steht Singapur in Konkurrenz zu Ländern wie Korea, Japan und China, in denen man ebenfalls in die Biotechnik investiert. Das aber stachelt nur noch mehr an: „ Fusionopolis “ heißt das neueste Vorhaben, ein 340 Millionen Dollar teurer Hochhauskomplex in direkter Nähe zur Biopolis, in dem Wissenschaft und Wirtschaft, öffentliche und private Investitionen zusammengeführt werden sollen. wez

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