Gesundheit : Frauen sollen mehr Leitungspositionen in der Wissenschaft besetzen

Frauen sollen künftig in der Wissenschaft mehr Leitungspositionen besetzen. Dafür will sich Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) einsetzen. Es gehe nicht darum, den Frauenanteil an Universitäten und Hochschulen zu erhöhen. Dieser sei bereits recht bedeutend. Vielmehr solle der Anteil an Frauen in Leitungspositionen und bei Habilitationen erhöht werden, sagte Bulmahn.

Zurzeit vollziehe sich an den Bildungsstätten ein Generationswechsel. Dieser sollte genutzt werden, um mehr junge Wissenschaftlerinnen zu fördern. Ein Weg dazu sei die Veränderung des Dienstrechtes, beispielsweise bei der Verkürzung der Qualifikationszeiten. Die Eckdaten dafür seien bereits mit Innenminister Otto Schily (SPD) abgesteckt. Künftig sollten danach Frauen bereits im Alter von Mitte 30 habilitieren können. Bisher liege das niedrigste Alter bei Professorinnen noch jenseits der 40.

An den Hochschulen der neuen Bundesländern lehren nach Informationen der Gleichstellungsbeauftragten von Mecklenburg- Vorpommern Karla Staszak (SPD) mehr Professorinnen als in den alten. Dennoch bestehe beim wissenschaftlichen Nachwuchs erheblicher Nachholbedarf, insbesondere bei Habilitationen von Frauen, sagte Staszak. 1993 habe in Mecklenburg-Vorpommern nicht eine einzige Frau habilitiert, ein Jahr später habe es zwei und 1995 wiederum keine Habilitantinnen gegeben. In den darauf folgenden Jahren hätten immerhin zehn Frauen diese Stufe der Bildungsleiter erklimmen können. Aber auch das seien noch zu wenig.

"Insgesamt waren 1998 an den Hochschulen Mecklenburg-Vorpommerns 191 habilitierte Personen wissenschaftlich und künstlerisch tätig", sagte die Beauftragte. Aber nur 11,7 Prozent davon seien weiblich. Bis zum Jahr 2005 sollten Frauen ein Fünftel der Professuren in Deutschland besetzen.

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