Gesundheit : Kalenderblatt: Blutige Aufstände, grausame Vergeltung

Ingo Bach

Heute vor 164 Jahren, am 1. August 1834, verabschiedete sich Großbritannien endgültig aus der Sklaverei. Um null Uhr trat der "Slavery Abolition Act", das elf Monate zuvor beschlossene Gesetz zur Abschaffung der Sklaverei, in Kraft. Mit einem Male waren 800 000 Unfreie - zumeist schwarzafrikanischen Ursprungs - im gesamten britischen Empire frei. Damit fand eine Entwicklung ein Ende, die 1807 mit dem britischen Verbot des Sklavenhandels begonnen hatte.

Die Hauptgründe für diesen folgenreichen Schritt waren zum einen ständige Sklavenunruhen in den britischen Kolonien, besonders Amerikas, und zum anderen die öffentliche Meinung in Großbritannien selbst.

Der letzte große Sklavenaufstand auf der Antilleninsel Jamaica macht dieses Zusammenspiel und sein Ergebnis besonders deutlich. Die "Weihnachtsrebellion" brach 1831 los, unter der Führung des schwarzen Laienpredigers "Daddy" Sam Sharpe, der die Sklaven zum passiven Widerstand aufrief - und 20 000 folgten seinem Aufruf. Doch der passive Widerstand mündete in Gewalt, die Aufständischen brannten Plantagen nieder und ermordeten mehrere Landbesitzer. Nur durch das Versprechen der Kolonialherren, die Sklaverei abzuschaffen, gelang es, die Rebellion unter Kontrolle zu bringen. Doch das Empire hielt sein Versprechen nicht. Die Behörden auf Jamaica ließen zur Vergeltung 400 Sklaven aufhängen und hunderte weitere auspeitschen. In Großbritannien regte sich über diesen Wortbruch Protest, der auch im Unterhaus die Gegner der Sklaverei stärkte. Einer von ihnen war William Wilberforce, konservativer Unterhausabgeordneter und Vizepräsident der "Anti-Slavery-Society". Am 12. Mai 1789 hielt er die erste seiner zahllosen Reden gegen die Sklaverei und versammelte viele, auch adlige Unterstützer um sich. Obwohl Wilberforce ein Jahr vor dem Inkrafttreten des Anti-Sklaverei-Gesetzes starb, war es doch zu einem großen Teil sein Gesetz.

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