Gesundheit : Mofi nach Sofi: Der Mann im Mond schaut zu

Thomas de Padova

Neil Armstrong hätte sich einen schöneren Tag für seinen ersten Mondspaziergang aussuchen können. Einen Tag wie den morgigen Dienstag zum Beispiel. Da hätte er was erleben können! Eine totale Sonnenenfinsternis hätte er gesehen: die schwarze Erde umgeben von einem leuchtenden Ring, so schwarz, dass Armstrong vielleicht sogar die Konturen einzelner Städte auf dem Globus erkannt hätte. Schade drum!

Was Armstrong verpasste, können auch wir nicht nachholen. Am Dienstagabend wird der eine oder andere wohl auf seinem irdischen Balkon stehen und zum Himmel schauen. Es erwartet ihn allerdings keine Sonnenfinsternis - dieses Schauspiel wäre zum selben Zeitpunkt nur vom Mond aus zu verfolgen. Wir sehen stattdessen eine Mondfinsternis. Mofi statt Sofi: nicht gar so selten, nicht ganz so beeindruckend.

In Europa kann man die Mondfinsternis am besten zwischen 20 Uhr 50 und 21 Uhr 52 beobachten, wenn der Mond durch den Kernschatten der Erde zieht. Aber schon eine Stunde früher ist - ein wolkenfreier Himmel vorausgesetzt - das langsame Eintauchen in den Schatten zu beobachten.

So finster, wie es der Name Mondfinsternis erwarten ließe, erscheint uns die Scheibe am Nachthimmel während der 62 schattigen Minuten aber nicht. Der Mond bleibt sichtbar, verfärbt sich bräunlich oder kupferrot. Denn die Strahlen der Sonne erreichen den Mond zwar nicht mehr auf geradem Wege, aber es gibt eine Art indirekte Beleuchtung: Das Sonnenlicht wird in der Erdatmosphäre gebrochen, das blaue (kurzwellige) Licht schwächer, das rote (langwellige) Licht stärker. So kommt es zu einer fortschreitenden Rötung des Mondes während der Finsternis.

Auf die nächste Mondfinsternis müssen wir übrigens lange warten: Erst am 9. November 2003 ist wieder eine Verdunklung des Mondes zu sehen - dann allerdings erst nach Mitternacht.

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