Gesundheit : München treibt es auf die Spitze

Die besten Unis: In einer neuen Rangliste liegen die Bayern vorn – die Berliner sind ihnen auf den Fersen

Anja Kühne

Die stärkste Universität Deutschlands ist die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Das ist das Ergebnis eines neuen „Meta-Rankings“ der Freien Universität Berlin (FU), in das elf wichtige Kriterien einbezogen wurden. Als Beste aus diesem „Elf-Kampf“ hervorgegangen sind außerdem die Uni Heidelberg, die FU, die TU München und die Berliner Humboldt-Universität. Die Liste der FU lässt sich mit einem Medaillenspiegel im Sport vergleichen. Sie soll die Ergebnisse verschiedener Einzelstudien zusammenfassen. Denn bei den Rankings liegt bald die eine, bald die andere Uni am weitesten vorn – je nachdem, wonach gefragt wird.

So ist dem neuen FU-Ranking nach keine Universität so häufig federführend an Sonderforschungsbereichen (SFB) beteiligt wie die Uni München (siehe in der Tabelle „Zahl der SFB-Sprecher“). Die Zahl der Sonderforschungsbereiche gilt in Deutschland als wichtiger Gradmesser für die Forschungsaktivität einer Hochschule. Bei den SFB handelt es sich um große fächerübergreifende Projekte, die mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden.

Bei der Zahl der ebenfalls bedeutenden Graduiertenkollegs, in denen der wissenschaftliche Nachwuchs interdisziplinär forscht, liegt dagegen Heidelberg vorn. Und bei den insgesamt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingeworbenen Drittmitteln wiederum Aachen. Dafür bekommt die FU die Goldmedaille, wenn man die Zahl der Alexander-von-Humboldt-Stipendiaten betrachtet: An keine andere deutsche Uni kommen so viele renommierte Forscher aus dem Ausland. Gemeinsam mit der Uni-Heidelberg kann sich die Freie Universität außerdem mit den meisten Trägern des hochdotierten und mit viel Forschungsrenommee versehenen Leibniz-Preises schmücken.

Insgesamt kommen nur vier Unis im „Elf-Kampf“ sechs mal unter die ersten fünf. Fragt man, wer es am häufigsten unter die ersten zehn geschafft hat, führt die Münchener Uni. Sie liegt bei jedem der elf Kriterien unter den ersten zehn Unis, gefolgt von der Uni-Heidelberg (zehn mal) und der FU (acht mal) sowie der TU München und der Humboldt-Universität, die es je sieben mal unter die ersten zehn schafften.

Keine Frage, die FU will mit ihrem neuen Meta-Ranking erneut ihr Terrain markieren. Sie erreicht in der Tabelle die Bronzemedaille, gehört also zur Spitze – und zwar noch vor der Humboldt-Universität, die jetzt als die mögliche Elite-Hochschule Deutschlands gehandelt wird. Warum also nicht (auch) wir? fragt die Freie Universität.

Wer ist die Schönste im ganzen Land? Noch vor zehn Jahren waren Uni-Rankings bei den deutschen Hochschulen verpönt. Inzwischen begreifen viele sie als Chance: Wer schlecht abschneidet, hat gute Argumente, die Landesregierung um mehr Geld zu bitten – denn wie sonst könnte man besser werden? Wer dagegen gut gerankt wird, zeigt damit den Politikern, dass der Zuschuss nicht gesenkt werden darf, weil die Uni sonst in der Leistung abfallen würde, schrieb unlängst Terry Swartzberg im Magazin der Internationalen Universität Bremen. Der Journalist berichtet seit über zwanzig Jahren für die „International Herald Tribune“ über Bildung. In den USA ist das Ranking in der Kritik. Den Zeitschriften, die es veröffentlichen, wird vorgeworfen, jedes Jahr einen anderen Sieger zu küren, um das Interesse an den Hit-Listen wachzuhalten. Die Unis ihrerseits türkten die Zahlen, die sie einreichen, um besser dazustehen.

Die deutschen Rankings haben solche Makel nicht, meint Swartzberg. In den pedantischen deutschen Vergleichen sei jede Zahl belegt und nachprüfbar. Swartzberg kommt zu dem Schluss, das Ranking-Fieber habe in Deutschland zu einem wohltuenden Wettbewerb geführt, der sonst in vielerlei Hinsicht vom Staat behindert sei.

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