Gesundheit : Rückkehr zum Mond

US–Weltraumbehörde plant bemannte Station

Rainer Kayser

Voraussichtlich im Jahr 2020 sollen amerikanische Astronauten wieder den Mond betreten. Zunächst sollen jeweils Teams von vier Raumfahrern einwöchige Exkursionen auf dem Erdtrabanten unternehmen. Die Pläne der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa sehen parallel dazu den Aufbau einer Bodenstation vor.

Der Außenposten solle die Basis für die bemannte Erforschung des Sonnensystems und den von US-Präsident George W. Bush angekündigten ersten Flug zum Mars werden, erklärte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Montag (Ortszeit) in Houston im US-Bundesstaat Texas. Vor Ort sollen Wasserstoff und Sauerstoff hergestellt werden, um Wasser und Raketentreibstoff für die künftigen Missionen zu erzeugen.

Die Mondstation soll dann ab 2024 ähnlich wie die Internationale Raumstation ISS mit wechselnden Mannschaften permanent besetzt werden. Als besten Standort sieht die Nasa einen Platz in der Nähe eines der lunaren Pole. Denn dort gibt es Regionen, die ständig im Sonnenlicht liegen und so optimal mit Energie versorgt werden könnten. Ein Beispiel dafür ist der Rand des Shakleton-Kraters in der Nähe des Mond-Südpols. Im Inneren dieses Kraters gibt es zudem Bereiche, die im ewigen Dunkel liegen. Dort vermuten die Forscher Wasser-Vorkommen im Mondboden, die sich vielleicht zur Versorgung einer Station nutzen ließen.

„Mit einem solchen Außenposten könnten wir lernen, von den vor Ort vorhandenen Ressourcen zu leben“, erklärt Scott Horowitz, der bei der Nasa die Mond-Planungen leitet. Die wichtigste Aufgabe der Astronauten wäre die weitere Erforschung des Erdtrabanten. „Denn wir wissen bislang weniger über die Pole unseres Mondes als über den Mars“, sagt Horowitz. Zentrales Element der Nasa-Pläne ist eine Landefähre, mit der die Astronauten jeden Ort auf dem Mond erreichen können – einschließlich der erdabgewandten Rückseite.

Die neue Trägerrakete Ares-1 und die Raumkapsel Orion für die Mondflüge sind bereits in der Entwicklung. Erste Testflüge in die Erdumlaufbahn sollen ab 2009 stattfinden. Ein Jahr später soll dann die ISS fertig gestellt und die alternde Raumfähren-Flotte endgültig eingemottet sein. Ab dann soll der Löwenanteil des Nasa-Budgets von jährlich 16 Milliarden US-Dollar in das Mondprojekt fließen.

Doch selbst mit diesen Planungen wird das Geld nicht reichen. Deshalb sucht die Nasa nun im Rahmen einer „Globalen Erforschungs-Strategie“ nach internationalen Partnern. Nicht nur gegenüber der europäischen Raumfahrtbehörde Esa zeigen sich die Amerikaner offen für eine Zusammenarbeit. Auch Staaten wie Russland, Indien und China sind eingeladen sich zu beteiligen.

Vielleicht entwickelt sich hier aber auch ein neuer Wettlauf zum Mond – denn diese Länder haben bereits ihre eigenen Pläne für bemannte Flüge zum Erdtrabanten.

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