• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Schulessen : Besser essen

05.11.2012 00:00 Uhrvon
Pudding ist bei Kindern beliebter als Gemüse - eine Herausforderung für die Schulen, schließlich sollen sie gesunde Ernährung vermitteln.Bild vergrößern
Pudding ist bei Kindern beliebter als Gemüse - eine Herausforderung für die Schulen, schließlich sollen sie gesunde Ernährung vermitteln. - Foto: dpa

Eben erst hat eine Noroviren-Epidemie die öffentliche Aufmerksamkeit erneut auf die Schulmahlzeiten gelenkt. Der Anspruch lautet: Gerichte für Schüler müssen gehaltvoll und gesund sein. Aber schmecken sie dann jedem?

Der Raum ist in freundliches Licht getaucht, bunte Bilder hängen an den Wänden, wohnliche Sitzmöbel laden zum Verweilen ein, und das freundliche Personal gibt Auskunft über das appetitanregend präsentierte Angebot an Speisen, die in den Schüsseln dampfen. Wünsche und Anregungen der Tischgäste sind im Menü schon berücksichtigt. Während sie sich angeregt mit Freunden unterhalten, genießen sie die zarte Textur des Fleisches und das knackig-bissfest und nährstoffschonend gegarte Gemüse der Saison. Und das alles in der Schulmensa, mit Schülern als Tischgästen.

Ein weltfremder Traum? Hoffentlich nicht. Denn es ist die Quintessenz dessen, was die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihrer Broschüre zu Qualitätsstandards der Schulverpflegung für das Mittagsmahl in deutschen Ganztagsschulen empfiehlt.

„Qualitativ hochwertiges Essen, das auch noch gut schmeckt, ist eine wunderbare Voraussetzung für gute Laune und Zufriedenheit“, so gibt Bundesernährungsministerin Ilse Aigner im Geleitwort zu dieser Schrift die Richtung vor.

Wie es mit dem Schulessen wirklich steht, das begann eine breitere Öffentlichkeit kurzfristig zu interessieren, als der bisher größte Noroviren-Ausbruch Tausenden von Kindern aus Berlin und einigen anderen Bundesländern, die das Kompott aus chinesischen Erdbeeren eines Großcaterers gegessen hatten, vor den Herbstferien einen kurzen, aber heftigen Brechdurchfall bescherte.

Praktisch zeitgleich war eine Studie zu den Kosten des Berliner Schulessens veröffentlicht worden, die die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft zusammen mit der AOK Nordost bei der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg in Auftrag gegeben hatte. Das Ergebnis: Ein Mittagessen, das dem DGE-Standard entspricht, müsste für einen Grundschüler statt der heutigen zwei Euro rund 3,25 Euro kosten, für ältere Schüler wegen der wachsenden Portionen noch etwas mehr.

„Aber wenn wir an der Schraube des Preises drehen, wird das Essen dadurch nicht automatisch besser“, gab Dirk Medrow von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft kürzlich bei einer Diskussionsrunde zum Thema „Was ist uns gutes (Schul-)Essen wert?“ zu bedenken. Sie war der Auftakt einer Veranstaltungsreihe, die die Stiftung Brandenburger Tor zusammen mit Helmholtz-Gemeinschaft und Charité organisiert, im Rahmen der Wissensplattform „health_y warum gesund?“. Schwierig sei, so gab Medrow zu bedenken, dass das Geschmacksurteil der Heranwachsenden selbst nicht als sicherer Qualitätsindikator gelten könne: Auch wenn der Brokkoli noch so liebevoll und fachgerecht zubereitet wurde, wird mancher Grundschüler ihn mit dem kurzen Kommentar „Schmeckt nicht!“ auf dem Teller liegen lassen. „Das Problem sind oft die Ernährungsgewohnheiten der Kinder“, so der Koordinator des Landesprogramms „gute gesunde Schule“.

Schulen und Kitas müssten es sich deshalb zur Aufgabe machen, den Geschmack der Kinder zu schulen, meinte Spitzenkoch Michael Kempf vom „Facil“ im Mandala-Hotel. Er versucht es, indem er im brandenburgischen Großbeeren als Schirmherr eines Schulgartens fungiert – und konnte vom Stolz der Kinder beim Verkauf ihrer ersten selbst gemachten Gurkensuppe berichten.

Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey KiGGS des Robert-Koch-Instituts zeigt, dass Kinder, nicht anders als die Erwachsenen, zu wenig Obst und Gemüse, zu viel Fleisch, zu viele salzige Knabbereien, zu viele Süßigkeiten und zu viele gesüßte Getränke zu sich nehmen. 15 Prozent der Kinder haben Übergewicht, fast 30 Prozent der Mädchen zwischen elf und 17 Jahren zeigen ein auffälliges Essverhalten. Im gemeinsamen Schulessen sieht Charité-Ernährungsmediziner Joachim Spranger eine Chance für die Heranwachsenden, zu einem normaleren, entspannteren und klügeren Umgang mit dem Essen zu kommen: „Hier erreichen wir eine ganze Generation.“ An sich sei kein Nahrungsmittel gut oder schlecht, doch es komme auf die Mengen an.

Klinikportal

Immer das passende Berliner Krankenhaus für eine stationäre Behandlung oder einer Krankheit finden.

Zum Klinikführer

Pflegeheimführer

250 Berliner Pflegeheime im direkten Vergleich, Qualität, Ausstattung und Preise auf einen Blick – übersichtlich nach Bezirken geordnet.

Zum Pflegeheimführer

Tagesspiegel twittert

Empfehlungen bei Facebook

Unser HTML/CSS Widget (statisch)

Der Tagesspiegel im Sozialen Netz

Weitere Themen