Gesundheit : Warum versagt die Autobatterie bei Kälte?

Thomas de Padova

Wenn der erste Frost kommt, fällt so manches Auto über Nacht in einen Winterschlaf. Am Morgen gibt es nur noch ein müdes Stottern von sich. Und während unser Puls mit jeder Umdrehung des Zündschlüssels steigt, rührt sich bei unserem Wagen, artgemäß, nach kurzer Zeit gar nichts mehr.

Das Auto braucht einen großen Strom, um den Motor zu starten. Diesen Strom zieht der Anlasser nach Drehen des Zündschlüssels aus der Batterie. Der Stromspeicher muss immer gut gefüllt sein. Deshalb wird die Batterie beim Fahren wieder aufgefüllt: Sobald das Auto einmal in Gang gekommen ist, gibt ein Generator, die Lichtmaschine, wieder Strom an den Akku ab.

Eine herkömmliche Autobatterie besteht aus vielen Zellen. Eine geladene Zelle hat eine positive Platte, die im Wesentlichen aus Blei und Sauerstoff besteht, und eine negative Platte aus reinem Blei. Beide Platten sind in eine verdünnte Schwefelsäure getaucht.

Werden Plus- und Minuspol miteinander verbunden, kann sich die Batterie entladen und Strom abgeben. Für einen solchen Kontakt sorgt etwa das Drehen des Zündschlüssels. Jetzt fließen Elektronen von dem Minuspol über den Verbraucher zum Pluspol.

Dadurch ändert sich aber auch die chemische Zusammensetzung der Platten: Gelangen die Elektronen zum Pluspol, wird dort Sauerstoff frei. Die Sauerstoffatome entziehen der Schwefelsäure sogleich den Wasserstoff, um Wasser zu bilden. Übrig bleibt ein Schwefelsäurerest, der sich an beiden Platten ablagert. Beim Aufladen der Batterie kehrt sich dieser Ablauf um. Jedenfalls, solange die Batterie noch jung ist. Mit dem Alter können Schwefelverbindungen hart werden und sich für immer an den Platten festsetzen.

Ist es richtig kalt, laufen die elektrochemischen Prozesse in der Batterie langsamer ab. Aber nicht nur das. „Auch der Motor ist bei Kälte nicht so drehfreudig“, sagt Stefan Müller, Produktmanager Technik für Batterien bei der Firma Bosch in Stuttgart. Der Reibungswiderstand wird größer, weil das Schmiermittel, das Öl, nun nicht mehr so flüssig ist. „Der Motor fordert dann mehr Startleistung von der Batterie, gleichzeitig kann die Batterie aber viel weniger geben.“

Für den Kaltstart im Winter muss der Stromspeicher besonders voll sein. Bei langem Stillstand des Autos entlädt sich der Akku allerdings, etwa weil Feuchtigkeit einen Kontakt zwischen Plus- und Minuspol herstellen kann. Noch schneller geht’s, wenn man abends das Licht anlässt.

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