Gewalt in Indien : Zweijähriges Mädchen vergewaltigt

In Neu Delhi sind am Samstag zwei Mädchen vergewaltigt worden, darunter eine Massenvergewaltigung. Nach Protesten verkündete die Polizei Festnahmen.

Eine Straße in Indien.
Eine Straße in Indien.Foto: dpa

In Indien sorgt ein weiterer Fall brutaler Gewalt gegen Mädchen für Entsetzen: Nach Polizeiangaben vom Samstag wurden in der Hauptstadt Neu Delhi zwei Mädchen im Alter von zweieinhalb und fünf Jahren Opfer von Vergewaltigungen, in mindestens einem der Fälle soll es sich um eine Gruppenvergewaltigung gehandelt haben. Nach Protesten wütender Bürger verkündete die Polizei am Sonntag auch im Fall des jüngeren Kindes Festnahmen.

Laut Polizei wurde das jüngere Kind am Freitagabend von zwei Tätern im Westen der Stadt verschleppt und sexuell missbraucht. Dies hätten medizinische Tests gezeigt. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob die Zweijährige von beiden Tätern vergewaltigt wurde. Nach dem Übergriff wurde das Kleinkind in einem Park in der Nähe seines Elternhauses liegengelassen und Stunden später stark blutend aufgefunden. Nachdem es zunächst wütende Proteste gegen die Polizei wegen ausbleibender Festnahmen in dem Fall gegeben hatte, verkündete Polizeivertreter Dependra Pathak am Sonntag die Festnahme zweier 17-Jähriger.

"Durch die Festnahme von zwei Jugendlichen im Vergewaltigungsfall eines Kindes hat die Polizei von Delhi das Verbrechen aufgeklärt", sagte Pathak. Die beiden stammten aus demselben Armenviertel wie ihr Opfer. Die Familie des Kindes soll einen von beiden gekannt haben. Die Anklage soll in zehn Tagen erfolgen. In dem anderen Fall wurde eine Fünfjährige laut Polizei von drei Männern im Osten der Stadt mehrfach vergewaltigt, nachdem das Kind am Freitagabend in das Haus eines Nachbarn gelockt worden war.

Anwohner hätten das Kind später mit blutverschmierter und zerrissener Kleidung entdeckt und das Mädchen habe erzählt, was passiert sei. Einige Anwohner hätten dann das Haus gestürmt und die mutmaßlichen Täter festgehalten und später der Polizei übergeben. Beide Kinder werden medizinisch behandelt, sollen aber außer Lebensgefahr sein. "Wann wacht Delhi endlich auf?", schrieb die Frauenausschuss-Vorsitzende Swati Maliwal im Kurznachrichtendienst Twitter.

Vergewaltigungen sind in Indien weit verbreitet.

"Bis wann werden Mädchen in der indischen Hauptstadt Opfer von Brutalität? Eine Gruppenvergewaltigung von einer Zweieinhalb- und einer Fünfjährigen - beschämend." Der örtliche Regierungschef Arvind Kejriwal nannte die Taten ebenfalls "beschämend und besorgniserregend", machte aber die Zentralregierung von Premierminister Narendra Modi für die Sicherheitslage verantwortlich. Modis Regierung kontrolliert die 84.000 Mann starke Polizei in der Stadt - die größte der Welt. Nach Protesten von Anwohnern am Samstag gab es am Sonntag auch Proteste vor dem Sitz der Polizei und von Regierungschef Kejriwal, der dafür verantwortlich gemacht wird, die Verbrechen nicht verhindert zu haben. Ranjana Kumari vom Zentrum für Sozialforschung in der Stadt sagte AFP, der anhaltende Machtkampf zwischen beiden Regierungen mache Delhi verwundbar für solche Verbrechen.

Die Situation verschlechtere sich weiter. Die meisten derartigen Fälle ereigneten sich in Armenvierteln, wo die Täter oft keine Strafverfolgung fürchteten. Vergewaltigungen sind in Indien weit verbreitet. In der Vergangenheit sorgten immer wieder Fälle brutalster Übergriffe auf Frauen und zuletzt auch auf Kinder für Entsetzen. Im Dezember 2012 sorgte die Gruppenvergewaltigung einer Studentin in einem Bus in Neu Delhi weltweit für Schlagzeilen. Die Studentin starb, es folgten landesweite Proteste. Zwar wurden anschließend die Gesetze verschärft, derartige Übergriffe halten aber an. 2014 wurden nach offiziellen Angaben mehr als 36.700 Vergewaltigungen gezählt, davon mehr als 2000 in Neu Delhi. Experten gehen aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. (AFP)

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