Großbritannien : Zahl der Toten nach Londoner Hochhausbrand auf 79 gestiegen

Fast 80 Menschen sind nach dem Hochhausbrand in London tot oder vermisst. Londons Bürgermeister macht Fehler der Behörden für das Inferno verantwortlich.

Demonstranten versammelten sich am Freitag am Grenfell-Tower.
Demonstranten versammelten sich am Freitag am Grenfell-Tower.Foto: dpa

Die Zahl der Todesopfer nach der Brandkatastrophe im Londoner Hochhaus Grenfell Tower steigt weiter an. Insgesamt 79 Menschen seien tot oder noch vermisst, "und traurigerweise" müsse er davon ausgehen, dass auch sie tot seien, sagte Stuart Cundy von der Londoner Polizei am Montag vor Medienvertretern. Zuvor hatten die Behörden von 58 Todesopfern gesprochen.

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sieht als Ursache für die Brandkatastrophe eine Serie von Fehlern bei den zuständigen Verantwortlichen. Das Inferno sei ein "vermeidbarer Unfall" gewesen, sagte Khan am Sonntag dem Sender BBC, nachdem er an einer Trauerzeremonie für die Opfer der Katastrophe teilgenommen hatte. "Diese Tragödie ist die Folge von Fehlern und Nachlässigkeiten von Seiten der politischen Verantwortlichen, des Rathauses (im Bezirk) sowie der Regierung", sagte Khan.

Das Feuer im Grenfell Tower im Westen Londons war in der Nacht zum vergangenen Mittwoch ausgebrochen. "Die Anwohner haben das Gefühl, schlecht behandelt zu werden, weil einige von ihnen arm sind", sagte Bürgermeister Khan weiter. Überlebende und Angehörige der Todesopfer werfen den örtlichen Behörden vor, diese hätten die zahlreichen Hinweise und Warnungen hinsichtlich der Sicherheitsmängel in dem Sozialwohnungsbau missachtet.

Unter anderem gab es Warnungen, weil ein Notausgang, Feuerlöscher sowie ein funktionierender Feueralarm fehlten. Die Ursache für den Brand ist noch unklar. Vermutet wird, dass das Unglück mit der Fassadenverkleidung zusammenhängen könnte, die im vergangenen Jahr im Zuge von Renovierungsarbeiten an dem 24-stöckigen Gebäude angebracht wurde.

Auch Premierministerin Theresa May hatte Kritik einstecken müssen, weil sie am Donnerstag bei ihrem Besuch am Hochhaus keine Anwohner getroffen hatte. Erst am Freitag suchte sie Verletzte in Krankenhäusern auf. Am Montag gab es in Großbritannien um 11.00 Uhr Ortszeit eine Schweigeminute.

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