Hannover und Münster : Weitere Flüchtlinge mit Pilz-Vergiftungen

Der Knollenblätterpilz kann tödlich sein. Flüchtlinge in Hannover und nun auch Münster wurden mit Vergiftungen behandelt. Eine Hochschule will mit Plakaten in mehreren Sprachen warnen.

Die Medizinische Hochschule Hannover möchte mit diesen Plakaten in mehreren Sprachen in Flüchtlingsheimen vor den giftigen Knollenblätterpilzen warnen.
Die Medizinische Hochschule Hannover möchte mit diesen Plakaten in mehreren Sprachen in Flüchtlingsheimen vor den giftigen...Screenshot Medizinische Hochschule Hannover

Nachdem bereits in Hannover mehrere syrische Flüchtlinge wegen einer Pilzvergiftung behandelt wurden, sind in Münster am Donnerstag ähnliche Fälle aufgetreten. Die Patienten sollen beim Sammeln einen hochgiftigen Knollenblätterpilz erwischt haben. In ihrem Heimatland scheine es einen essbaren Pilz zu geben, der ihm zum Verwechseln ähnlich sehe, vermuteten Ärzte in Hannover.

Der Knollenblätterpilz ist einer der giftigsten Pilze in Deutschland und für 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Das Gift wirkt erst mehrere Stunden nach dem Verzehr. Zunächst treten Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Nach ein bis zwei Tagen kann es zur Schädigung der Leber kommen, die von Blutgerinnungs- und Nierenfunktionsstörungen begleitet werden kann. Im schlimmsten Fall stellt die Leber ihre Funktion ein, so dass nur noch eine Lebertransplantation das Leben des Patienten retten kann.

Um Flüchtlinge und Asylsuchende vor der Gefahr zu warnen, hat die Medizinische Hochschule Hannover über ihr Netzwerk Flüchtlingshilfe ein Plakat entworfen und in verschiedene Sprachen übersetzt, dass an die Flüchtlingsunterkünfte verteilt und dort ausgehängt werden soll.

Daher fordert Professor Dr. Manns grundsätzlich alle Pilzsammler auf, die gefundenen Pilze vor dem Verzehr von einem Pilzsachverständigen bestimmen zu lassen. „Besteht der Verdacht einer Pilzvergiftung, sollte dringend der Notarzt gerufen werden. Zur Erleichterung der Diagnose, sollten die Pilzreste und das Erbrochene aufgehoben werden“, erklärt Professor Dr. Manns.

Der Knollenblätterpilz wächst im Zeitraum von August bis Oktober in Laub- und Laubmischwäldern. Zu erkennen ist er an einem drei bis 15 Zentimeter breiten Hut, der glockig bis schirmartig ausgebreitet ist. An der Unterseite befinden sich weiße Lamellen. Die Farbe des Giftpilzes ist grün, grün-gelb oder weiß. (dpa, tsp)

Schnelle Hilfe bei Vergiftungen gibt auch das Giftinformationszentrum-Nord unter der Telefonnummer (0551) 19240. Weniger dringende Fragen zu Vergiftungen beantwortet das medizinische Fachpersonal unter der Telefonnummer (0551) 383180.

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