„I’m a Romney-Girl!“ : Die Schweiz regt sich über ein Anti-Romney-Video auf

25.08.2012 00:00 UhrVon Emily Katzenstein
Für eine Welt ohne lästige Steuern. Foto aus dem YouTube-Video von The Agenda Project Action Fund. Foto: Screenshot/The Agenda Project Action Fund
Für eine Welt ohne lästige Steuern. Foto aus dem YouTube-Video von The Agenda Project Action Fund. - Foto: Screenshot/The Agenda Project Action Fund

Die Schweizer sind ziemlich dünnhäutig, wenn es um Themen wie Steuerhinterziehung geht. Ein satirisches Anti-Romney-Video hat jetzt dazu geführt, dass die Schweizer Regierung sich doch tatsächlich bei Obamas Wahlkampagne beschwert hat.

Ein Mitt-Romney-Darsteller fährt im roten Cabrio vor, eine Blondine im Dirndl mit dem Namen „Miss Swiss Bank Account“ hüpft ihm fröhlich entgegen und trällert „I’m a Romney-Girl“ zu der Melodie des schrillen 90er-Jahre-Hits „I’m a Barbie Girl“. „Ich bin ein Romney-Girl in einer RomneyWelt. Man muss keine Steuern zahlen. Es ist fantastisch“, singt die Frau und bezieht sich dabei auf Vorwürfe, nach denen der US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner Teile seines Reichtums steuersparend in Schweizer Banken angelegt haben soll.

Der Video-Romney stimmt in das Lied mit ein: „Ich bin Mitt Romney, lasst uns feiern!“ Den Schweizern aber ist gar nicht nach Feiern zumute. Renz Tilman, ein Sprecher des Schweizer Außenministeriums in Bern, bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass sich die Schweizer Botschaft in Washington im Wahlkampf-Hauptquartier von Präsident Barack Obama beschwert habe. Man habe gegen die Ausstrahlung von Spots interveniert, „welche den Eindruck vermitteln, dass die Tatsache, ein Bankkonto in der Schweiz zu haben, an sich schon anrüchig sei und in jedem Fall dazu dienen würde, Geld vor dem Fiskus zu verstecken.“ Die Urheber des Videos, The Agenda Project Action Fund, haben erklärt, nichts mit der Obama-Wahlkampagne zu tun zu haben.

Erst am Donnerstag hatte die Website „Gawker“ vertrauliche Dokumente veröffentlicht, nach denen Romney riskant spekuliert und große Teile seines Vermögens in Steueroasen investiert hat.

(mit dpa)

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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