Im Dienst Ihrer Majestät : James Bond - Lizenz zum Abriss

Bei den Dreharbeiten für den neuen James-Bond-Film wird die Altstadt von Istanbul erheblich beschädigt. Außerdem entschuldigt sich Daniel Craig bei den Fans dafür, dass er im Film Bier trinkt.

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Im Dienst Ihrer Majestät. Daniel Craig als 007, hier in „Casino Royale“. Foto: picture alliance / dpa
Im Dienst Ihrer Majestät. Daniel Craig als 007, hier in „Casino Royale“.Foto: picture alliance / dpa

In den dreitausend Jahren seit seiner Gründung hat Istanbul schon so manchen Eroberer und so manche Zerstörung gesehen – die Stadt hat sie alle überlebt. Doch jetzt befürchten manche in der Stadt das Schlimmste. James Bond macht am Bosporus Station, und da geht innerhalb kürzester Zeit so einiges zu Bruch.

Die Dreharbeiten für den neuen Bond-Film „Skyfall“ (Himmelssturz) mit Daniel Craig verursachen Wirbel – nicht nur, weil einige Straßen in der Altstadt über Tage gesperrt wurden, was die ohnehin schon beträchtlichen Verkehrsprobleme in der 15-Millionen-Stadt noch verschlimmerte. Action-Aufnahmen auf dem Dach und im Innern des mehr als 500 Jahre alten Großen Basars sollen schlimme Schäden verursacht haben. Zeitungen berichten zudem, ein Dutzend alte Bäume seien gefällt worden, weil sie den Kameras im Weg gestanden hätten.

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James Bond in Berlin
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Der Große Basar in der Nähe von Topkapi-Palast, Hagia Sophia und Blauer Moschee ist eine der Hauptattraktionen für die jährlich acht Millionen Touristen, die Istanbul besuchen. Auch für die Macher von „Skyfall“ war der überdachte Basar mit seinen mehreren zehntausend Quadratmetern ein Magnet. In einer Szene des neuen Films liefert sich Bond eine Motorrad-Verfolgungsjagd mit Bösewichtern auf dem Dach des Gebäudes aus dem 15. Jahrhundert. Dabei seien jede Menge alter Dachziegel zerschlagen worden, meldeten die Zeitungen aufgeregt – „Lizenz zum Abriss“, titelte ein Blatt.

Im Innern des Basars blieb auch nicht alles heil. In einer Szene mit rasenden Motorrädern verlor ein Stuntman die Kontrolle über sein Gefährt und fuhr, um der am Set stehenden Filmcrew auszuweichen, geradewegs ins Schaufenster eines uralten Basar-Geschäftes. Das Fenster des mehr als 300 Jahre alten Juwelier-Ladens zersprang in tausend Teile, wertvolle Schmuckstücke wurden durcheinander gewirbelt. Dennoch habe sich niemand von der Filmfirma nach seinem Verlust erkundigt, beklagte sich Ladeninhaber Mete Boybeyi, dessen Vorfahren einst Lieferanten für den osmanischen Sultanshof waren. Boybeyi erstattete Strafanzeige bei der Polizei. Denn alles im Großen Basar steht unter Denkmalschutz, so dass man beinahe nichts verändern oder gar abreißen darf, wenn man nicht gerade James Bond heißt. Ladenbesitzer Boybeyi etwa rechnet damit, dass es Monate dauern wird, bevor die Behörden eine neue Schaufensterscheibe bewilligen.

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