Jury hat entscheiden : Das Unwort des Jahres heißt "Lügenpresse"

Sprachwissenschaftler aus Darmstadt haben den NS-Kampfbegriff "Lügenpresse" zum Unwort des Jahres 2014 gekürt. Zuletzt war das Schlagwort immer wieder bei den Demonstrationen der "Pegida"-Bewegung zu hören.

"Lügenpresse" ist das Unwort des Jahres 2014 - und es fand vor allem auf den Pegida-Demonstrationen Verwendung.
"Lügenpresse" ist das Unwort des Jahres 2014 - und es fand vor allem auf den Pegida-Demonstrationen Verwendung.Foto: epd

Das „Unwort des Jahres 2014“ ist "Lügenpresse". Das hab die Jury am Dienstag in Darmstadt bekannt. „Mit dem Ausdruck 'Lügenpresse' werden Medien pauschal diffamiert“, sagte die Jury-Vorsitzende Nina Janich. „Eine solche pauschale Verurteilung verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit.“ Schon unter den Nationalsozialisten sei "Lügenpresse" zur Diffamierung unabhängiger Medien gebraucht worden. Zuletzt war der Begriff immer wieder bei den Demonstrationen der "Pegida"-Bewegung zu hören.

Rund 1250 Einsendungen waren eingegangen. Am häufigsten vorgeschlagen wurde in diesem Jahr der Begriff „Putin-Versteher“. An zweiter Stelle stand "Pegida", die Abkürzung für „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Am dritthäufigsten genannt wurde „Social Freezing“ - ein Begriff für das Einfrieren von Eizellen, womit Frauen ihren Kinderwunsch auf unbestimmte Zeit verschieben können. Das „Unwort des Jahres 2013“ war „Sozialtourismus“, 2012 „Opfer-Abo“.

Die ersten Twitter-Reaktionen sind überwiegend positiv, aber es gibt auch Kritik an der Entscheidung:

(dpa)

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