JVA in Bremen : Drohne sollte Drogenpäckchen ins Gefängnis fliegen

Mit Drohnen kann man viel machen: Verfeindete Länder ausspionieren, Büchersendungen ausliefern oder schöne Panoramafotos schießen. In Bremen sollte eine Drohne nun als Drogenkurier herhalten.

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Eine Drohne mit dem Namen "Nano" der Firma "Zano" in Las Vegas, USA. Würde sie auch Drogen ausliefern?
Eine Drohne mit dem Namen "Nano" der Firma "Zano" in Las Vegas, USA. Würde sie auch Drogen ausliefern?Foto: dpa

Einst soll Manna-Speise vom Himmel gefallen sein, um die Israeliten zu nähren. So steht es jedenfalls im Alten Testament. Auf dem Gefängnishof der Bremer Justizvollzugsanstalt (JVA) fiel jetzt etwas anderes vom Himmel: eine Drohne mit Marihuana. Das berichtete am Donnerstag der „Weser-Kurier“.

Jörg Lockfeldt, Sprecher des Bremer Justizsenators, bestätigte auf Nachfrage des Tagesspiegels, dass in einer Dezember-Nacht ein ferngesteuertes Fluggerät auf dem Freistundenhof abgestürzt ist. An der Vier-Propeller-Drohne war eine Kugel mit zehn Gramm Marihuana befestigt.

Zweifellos war das Rauschgift für einen Häftling gedacht, aber die JVA-Beamten konnten es rechtzeitig sicherstellen, denn sie suchen morgens vor dem Hofgang der Gefangenen routinemäßig das Gelände ab. 

Für wen die heiße Ware bestimmt war und von welchem Bruchpiloten die Drogen-Drohne gesteuert wurde, ist bisher nicht bekannt. Klar ist nur: Es handelte sich nicht um den gescheiterten Zustellversuch eines regulären Paketdienstes.

Störsender gegen Zustellversuche

„Einen drogenfreien Knast gibt es nirgends in der Welt“, sagt Justizsprecher Lockfeldt. Aber die Bremer JVA hat einiges dafür getan, die Rauschgiftzufuhr zu erschweren. So wurde vor zwei Jahren sogar extra die Mauer erhöht. Das allerdings nutzten einzelne Drogenschmuggler gewitzt aus, wie Lockfeldt erzählt: Sie mörtelten ihre Rauschgiftpäckchen ein, bevor sie sie über die Mauer warfen. Als die Beamten das vermeintliche Baumaterial morgens auf dem Hof entdeckten, wurden sie misstrauisch und forderten Spürhunde an - Volltreffer!

Die JVA überlegt jetzt, ob sie vielleicht Störsender („GPS-Jammer“) anschaffen sollte, um künftige Zustellversuche aus der Luft zu behindern. Bis das geklärt ist, werden die Beamten laut Lockfeldt angehalten, bei ihren Hofstreifen auch mal nach oben zu schauen und zu überprüfen, „ob da irgendwo ein Flugobjekt kommt“.

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