Keine Epidemie-Gefahr : Deutschland ist gut gegen Ebola gerüstet

Experten erwarten zwar einzelne Krankheitsfälle in Deutschland, aber keinen Ausbruch einer Epidmie wie in Westafrika. Das Land sei auf die Bewältigung von bis zu zehn Krankheitsfällen gleichzeitig gut vorbereitet

Ein an Ebola erkrankter Patient wird am 3. Oktober mit einem speziellen Krankenwagen zur Isolierstation der Uniklinik in Frankfurt am Main gebracht.
Ein an Ebola erkrankter Patient wird am 3. Oktober mit einem speziellen Krankenwagen zur Isolierstation der Uniklinik in Frankfurt...Foto: dpa

Die Schutzkommission beim Bundesinnenministerium rechnet damit, dass es auch in Deutschland demnächst einen Ebola-Krankheitsfall geben wird. „Der Ausbruch einer Ebola-Epidemie hier ist aber so gut wie ausgeschlossen“, sagte der Vorsitzende der Kommission, Horst Miska, am Donnerstag in Berlin.  Bislang sind hierzulande nur drei Ebola-Patienten behandelt worden, die sich in Westafrika infiziert hatten. Sie waren mit speziell ausgerüsteten Flugzeugen nach Deutschland gebracht worden. Einer der drei Patienten starb, ein zweiter ist auf dem Weg der Besserung, der dritte ist gesund entlassen.

Die Kommissionsmitglieder stellten fest, Deutschland sei auf die Bewältigung von bis zu zehn Krankheitsfällen gleichzeitig gut vorbereitet. Sollten es mehr werden, seien allerdings regionale Engpässe zu erwarten und zwar nicht nur bei den für Ebola-Patienten notwendigen Spezial-Behandlungsbetten, von denen derzeit nur etwa zehn kurzfristig verfügbar seien, sondern auch bei Personal und Rettungswagen. Dieses Szenario sei jedoch nur dann wahrscheinlich, falls die Ebola-Epidemie in Westafrika ein noch deutlich größeres Ausmaß erreichen sollte als bisher.

Bei Notfallplänen Extremsituationen berücksichtigen

Die Gesundheitsbehörden und die Landesregierungen sollten bei ihren Notfallplänen nach Ansicht der Schutzkommission auch Extremsituationen berücksichtigen wie etwa die Erkrankung eines Menschen, der in einer Gemeinschaftsunterkunft lebt. Da Ebola bei vielen Menschen „rationale Ängste“ hervorrufe, müsse auch darüber nachgedacht werden, wie und wo man Kontaktpersonen von Ebola-Infizierten eventuell gegen ihren Willen unter Quarantäne stellen könnte. Außerdem warnte die Kommission: „Das tatsächliche oder vermutete Auftreten von Ebola unter Asylbewerbern in Deutschland könnte soziale Spannungen hervorrufen.“

Die Mitglieder der Schutzkommission sind mehrheitlich Wissenschaftler. Sie beraten die Bundesregierung ehrenamtlich in Fragen des Zivil- und Katastrophenschutzes. Die aktuelle Ebola-Epidemie in Westafrika hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schon mehr als 4800 Menschen das Leben gekostet. Der WHO zufolge wurden mehr als 13 000 Infizierte registriert. (dpa)

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