• Keks-Diebstahl: Wahres Krümelmonster findet Erpresserversuch gar nicht witzig

Keks-Diebstahl : Wahres Krümelmonster findet Erpresserversuch gar nicht witzig

Der Täter der Bahlsen-Aktion, der sich als "Krümelmonster" ausgibt, hat sich bisher nicht gemeldet. Das wahre Krümelmonster aber meldet sich nun zu Wort und: Es ist mächtig sauer.

Das wahre Krümelmonster.
Das wahre Krümelmonster.Foto: picture alliance / dpa

Der Dieb des goldenen Kekses in Hannover hat sich bisher nicht auf das Angebot von Bahlsen eingelassen. Das Unternehmen stellte in Aussicht, 52 000 Packungen Leibniz-Kekse an 52 soziale Einrichtungen zu spenden, sollte das von der Fassade des Stammhauses gestohlene Wahrzeichen wiederauftauchen. „Es gibt nichts Neues“, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag.

Spätestens seit ein mit „Krümelmonster“ unterzeichneter Bekennerbrief aufgetaucht ist, macht der Fall auch international Schlagzeilen. Im Internet wird diskutiert, ob es sich bei dem Verschwinden möglicherweise um eine geschickt eingefädelte Werbekampagne handelt. Firmenchef Werner M. Bahlsen bestreitet das aber vehement. Dem Bekennerschreiben war ein Foto beigefügt: Es zeigt eine Person im Krümelmonster-Kostüm, die einen großen goldenen Keks in den Händen hält.

Das Krümelmonster aus der „Sesamstraße“ findet den Erpressungsversuch seines Doppelgängers wenig witzig. Der NDR zitierte es am Donnerstag mit den Worten: „Das geht mir mächtig auf den Keks.“ Die Original-Krümelmonsterfigur aus den USA ist gerade in Hamburg zu Gast, weil Dreharbeiten der deutschen Ausgabe der „Sesamstraße“ mit Sänger Udo Jürgens anstehen.

Immer wieder lassen sich Scherzkekse etwas mit Wahrzeichen oder Maskottchen einfallen, wie in Prenzlauer Berg, wo das Denkmal von Käthe Kollwitz infolge der Schwaben-Debatte mit Spätzle beworfen wurde. Kurz danach bekam die Figur als Antwort eine goldene Krone. 2009 wurde in Erfurt die Kinderkanal-Figur „Bernd das Brot“ entwendet. Zu dem Diebstahl bekannten sich Hausbesetzer. Eine Stoffbiene aus dem Münsterland trat 2008 eine lange Reise an, so wie der Globetrotter-Gartenzwerg im Kinofilm „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Emma, das Maskottchen einer Kneipe von Borussia-Dortmund-Fans in Südlohn, schien zunächst entführt worden zu sein. Dann fand der Wirt einen Abschiedsbrief.

Die Biene wolle ein Jahr lang eine Weltreise machen. Sie habe die Nase voll von dem ganzen Gequatsche über Fußball. Ansichtskarten aus aller Welt trudelten ein: Emma vor dem Weißen Haus in Washington, in Las Vegas, in Panama. Die Rückkehr nach Südlohn wurde mit rotem Teppich und Blitzlichtgewitter gefeiert. In Kopenhagen kehrte die Kleine Meerjungfrau 2010 überraschend als Knochengerüst zurück, während das Original nach China ausgeliehen war. Das Manneken Pis in Brüssel wurde in seiner Geschichte mehrfach vom Podest geholt. (dpa)

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