Kindstötung : Acht Jahre Haft für Mutter von toten Babys

Drei ihrer Babys seien "plötzlich tot gewesen", hatte die Mutter ausgesagt. Das Landgericht Zwickau befand sie jedoch in zwei der Fälle schuldig und verhängte eine Haftstrafe. Die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert.

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Die Mutter Susan F. am Mittwoch mit ihrem Anwalt im Gerichtssaal in Zwickau. -Foto: ddp

Zwickau Die Mutter der drei toten Babys aus Plauen ist zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Zwickau sprach die Frau am Mittwoch des Totschlags in zwei Fällen schuldig. Im dritten Fall wurde die 29-Jährige freigesprochen. Oberstaatsanwalt Holger Illing hatte in der vergangenen Woche eine Freiheitsstrafe von elf Jahren gefordert. Die beiden Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden 2004 und 2005 geborenen Mädchen starben, weil sie von der Mutter nach der Geburt nicht versorgt wurden. "Es ist unsere Überzeugung, dass es Ihnen egal war, dass diese Kinder nicht lange überleben", sagte der Richter zu der Angeklagten. Das Motiv sei gewesen, dass die Mutter wie auch ihr Lebensgefährte nach dem erstem Kind keine weiteren Kinder mehr wollten. Bei der 2002 geborenen Tochter komme auch ein natürlicher Tod in Betracht, sagte der Richter.

Tote Babys wurde in Plastiktüten gefunden

Während der Ermittlungen hatte die Frau angegeben, die Kinder seien alle plötzlich tot gewesen. Die Ermittler konnten die jeweilige Todesursache wegen starker Verwesung nicht mehr klären. Von Sachverständigen war der Frau volle Schuldfähigkeit bescheinigt worden.

Der Fall kam im vergangenen Jahr ins Rollen, als die älteste Tochter nicht zur Vorschuluntersuchung erschien. Die Babyleichen wurden dann Ende 2007 in Plastiktüten verpackt in einem Koffer in einem Abstellraum, in einem Tiefkühlschrank und hinter einem Blumenkübel entdeckt. Die Frau hat noch zwei Söhne, die im Jahr 2000 beziehungsweise im Jahr 2006 geboren wurden.

Beide Seiten überlegen Revision

Mit dem Vater ihrer Kinder war die 29-Jährige immer mal wieder zusammen. Der gleichaltrige Mann wollte zwar keine Babys, um die Verhütung kümmerte er sich aber nicht. Er war nicht angeklagt. Im Prozess gab der Lebensgefährte an, von der zweiten und dritten Schwangerschaft nichts bemerkt zu haben. Im Fall Celines, die im Krankenhaus zur Welt kam, glaubte er seiner Freundin, dass sie das Mädchen zu neuen Eltern geben würde. Zusammen hat das Paar noch die beiden Söhne.

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Beide Seiten wollen sich Zeit nehmen und genau prüfen, ob sie Revision einlegen. Verteidiger Dirk Simon wertete den Freispruch im Fall Celines als Teilerfolg. Oberstaatsanwalt Illing sagte, es gebe einige Punkte, über die man diskutieren könne. "Es ist nach der Verkündung jedoch zu früh, darüber zu entscheiden." (jnb/ddp/dpa)

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