• Kleiner Elektroflieger kommt Airbus zuvor: E-Flugzeuge überqueren Ärmelkanal

Kleiner Elektroflieger kommt Airbus zuvor : E-Flugzeuge überqueren Ärmelkanal

Zum ersten Mal haben Elektroflugzeuge den Ärmelkanal überflogen. Ein kleiner Elektroflieger aus Frankreich kam der Airbus Group zuvor, die einen Testflug von England startete.

Robert Klages
Didier Esteyne in seinem E-Fan. Foto: dpa
Didier Esteyne in seinem E-Fan.Foto: dpa

Der Ärmelkanal ist zum ersten Mal von Elektroflugzeugen überflogen worden. Der französische Pilot Hugues Duval kam Flugzeugbauer Airbus und dessen Testpiloten Didier Esteyne zuvor. Hughes benötigte 17 Minuten am Donnerstag – am Tag danach folgte Esteyne in 35 Minuten.

Zum ersten Mal überhaupt überflogen wurde der Kanal im Jahre 1909 vom Luftfahrtpionier Louis Blériot. Sein Flug von Calais nach Dover hatte 37 Minuten gedauert – bei einer Flughöhe von nicht mehr als 100 Metern. Esteyne wählte die umgekehrte Route und brauchte 35 Minuten für die 74 Kilometer bei einer Flughöhe von 1000 Metern. Auch Blériot war in einem Einsitzer unterwegs gewesen; das Flugzeug wurde im Anschluss rund 800 Mal produziert.

Flugzeugbauer Airbus erhofft sich einen ähnlichen Boom mit dem elektrischen Einsitzer „E-Fan“. Die Serienproduktion soll 2017 starten. Der Elektroflieger soll vor allem für die Pilotenausbildung eingesetzt werden, auch Einsätze auf lokalen Strecken oder als Postflugzeug und Lufttaxi sind denkbar.

Der „E-Fan“ ist zwei Meter hoch, 6,67 Meter lang und hat eine Spannweite von weniger als zehn Metern. Angetrieben von Lithium-Polymer-Akkus mit einer Gesamtmotorleistung von 60 Kilowatt hatte das Elektro-Flugzeug seinen Jungfernflug im Mai 2014. „Es fühlt sich eher an, als würde man in einem Segelflugzeug sitzen“, sagt Esteyne. Die maximale Fluggeschwindigkeit beträgt 220 Kilometer pro Stunde.

Einen Tag vor dem Start von Esteyne flog Duval, Pilot der Air France, von Calais an die englische Küste und zurück – in einer „Cri Cri“, einem elektrobetriebenen Kleinflugzeug. „Wir gratulieren Hugues Duval zu seinem Flug in einer ,Cri Cri’! Er spielt in einer anderen Liga. Alle diese Flüge sind ein wichtiger Beitrag zu unserem gemeinsamen Ziel, elektrisches und hybrides Fliegen voranzubringen. Aber natürlich sind wir jetzt vor allem stolz auf unseren Testpiloten Didier Esteyne“, teilte Airbus mit.

Der Elektroflieger "E-Fan" bei einem Testflug. Foto: Airbus Group
Der Elektroflieger "E-Fan" bei einem Testflug.Foto: Airbus Group

Verschiedene Hersteller machen aktuell Schlagzeilen mit elektrischen Flugzeugen. Der Solarflieger „Solar Impulse 2“ ist derzeit auf einer Tour um die Welt. Mit „e-Genius“ des Instituts für Flugzeugbau in Stuttgart überflog vor wenigen Tagen erstmals ein batteriegetriebenes Elektroflugzeug die Alpen. Zwischen Stuttgart und Norditalien legte der Zweisitzer in gut zwei Stunden rund 320 Kilometer zurück.

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