"Klick mich" : Eine Piratin will keine Beute sein

18.09.2012 17:50 UhrVon Marie-Lena Hutfils
Julia Schramm. Als Politikerin gegen das Urheberrecht. Als Autorin aber schon irgendwie dafür. Foto: dpa
Julia Schramm. Als Politikerin gegen das Urheberrecht. Als Autorin aber schon irgendwie dafür. - Foto: dpa

Ausgerechnet Julia Schramm, Aushängeschild der Piratenpartei, regt sich auf, dass ihr Buch "Klick mich - Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin" frei im Netz zugänglich ist.

Geistiges Eigentum findet sie eigentlich „bizarr“. Wie die meisten Piraten setzt sie sich für kostenlose Downloads im Internet ein. Dass jetzt eine Kopie ihres eigenen Buchs „Klick mich – Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin“ (Knaus Verlag) frei im Netz zugänglich ist, möchte Julia Schramm, das Aushängeschild der Piratenpartei, aber nicht. Als am Erscheinungstag eine frei verfügbare Version ihres Buches auftauchte, war es schon wenige Stunden später nicht mehr im Netz zu finden. Stattdessen ist der Hinweis auf ein Löschgesuch der Autorin auf der Webseite des US-Anbieters zu sehen.

Noch im März schrieb die Autorin in ihrem Blog, dass sie keinen Überwachungsapparat wolle, nur weil Leute ihr Sachen kopierten: „Das geht nicht.

Sorry.“ Zwar wolle sie, dass ihre Ideen ihren Namen trügen, sei sich aber jederzeit bewusst, dass dies „nicht kontrollierbar“ sei.

Für ihr erstes Buch, das am Montag erschien, soll Julia Schramm angeblich 100 000 Euro als Vorschuss erhalten haben. In ihrem Buch schreibt Julia Schramm über ihr Leben im Internet. Sie beschreibt die Entwicklung einer jungen Frau, die sich heute selbst eine „Privilegienmuschi“ und „Post-Gender-Feministin“ nennt. „Privilegienmuschi“ ist nach ihrer Definition eine junge Frau, die finanziell abgesichert ist, ohne gesundheitliche Einschränkungen und noch dazu recht hübsch und in einem der reichsten Länder der Welt aufgewachsen ist.

Sie liebt es, mit verschiedensten Identitäten zu spielen. Sie schreibt: „Das Internet war der Ort, wo ich alles zum ersten Mal erlebte: Liebe, Sex und Verrat. Aufklärung, Freiheit und Politik. Dort rede, lache, weine und denke ich.“

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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