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Kriminalität : 15-jähriger Syrer nach Prügelattacke an Silvester verstorben

Der junge Mann war mit seiner Familie aus Syrien geflüchtet. Die Polizei vermutet keinen fremdenfeindlichen Hintergrund, weil kein Deutscher an der Tat beteiligt gewesen sei.

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In der Neujahrsnacht wurde ein junger Syrer in Bremen verprügelt - er starb an seinen Verletzungen. Das Foto zeigt Feuerwerk auf einer Weserbrücke in Bremen, und steht in keinem Zusammenhang zur Tat.
In der Neujahrsnacht wurde ein junger Syrer in Bremen verprügelt - er starb an seinen Verletzungen. Das Foto zeigt Feuerwerk auf...Foto: Ingo Wagner/dpa

Ein 15-jähriger Syrer, der in der Neujahrsnacht in Bremen von einer Gruppe junger Männer angegriffen worden war, ist an seiner schweren Verletzung gestorben. Das gab die Polizei Bremen am Samstag bekannt. Weitere Informationen wollte sie nicht mitteilen, „weil das die Ermittlungen stört“, sagte ein Polizeisprecher dem Tagesspiegel. Der junge Mann soll mit seiner Familie aus Syrien geflüchtet sein.

Für einen fremdenfeindlichen Hintergrund gebe es keine Hinweise, hatte die Polizei am Freitag gemeldet. Der „Weser-Kurier“ berichtet, dass unter den Tätern kein Deutscher sein soll. Die Zeitung zitiert einen Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft. Im Moment gebe es keine Hinweise darauf, dass Deutsche an der Tat beteiligt seien, weswegen bisher nicht von einem rechtsextremen Tathintergrund auszugehen sei, zitiert ihn der "Weser-Kurier". Warum allerdings nur Deutsche rechtsextrem sein können sollen, begründete er nicht weiter.

Erst am Freitag hatte die Polizei Bremen eine Pressemitteilung herausgegeben, die folgende Informationen enthielt: "Laut Zeugenaussagen wurde der Junge gegen 00.20 Uhr in der Straße Lüssumer Heide aus einer größeren Personengruppe heraus bedrängt. Mehrere junge Männer sollen dabei auf den 15-jährigen Jugendlichen aus Syrien eingeschlagen haben." Der junge Mann habe so schwere Kopfverletzungen erlitten, dass er im Krankenhaus in ein künstliches Koma versetzt worden sei. Auf Pressearbeit sei verzichtet worden, um "kriminalpolizeilichen Ermittlungen im Umfeld der betroffenen Personen nicht zu gefährden", heißt es dort weiter. Nachdem in den sozialen Medien jedoch Meldungen erschienen waren, reagierte die Polizei.

Am Samstag meldete die Polizei dann den Tod des jungen Syrers, verbunden mit dem Hinweis, dass von Presseanfragen abgesehen werden möge. Der Polizeisprecher sagte dem Tagesspiegel, dass die Staatsanwaltschaft Bremen, die die Ermittlungen in dem Fall übernommen hat, in der "kommenden Woche" ausführlichere Informationen geben werde.

Berichtigung: In einer früheren Version des Textes stand, die Polizei habe direkt nach der Tat gemeldet, es gebe keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Tatsächlich hat sie das am vergangenen Freitag in dieser Pressemitteilung getan.

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