Kuba-Krokodil : Fidel sorgt für Besucherrekord im Zoo Hoyerswerda

Im Herbst gab es mächtig Aufregung in Sachsen, weil der Zoo von Hoyerswerda eines der dort geschlüpften kubanischen Rautenkrokodile auf den Namen "Fidel" taufte. Der kleine Diktator wurde schließlich umbenannt. Nun meldet der Tierpark für 2013 einen Besucherrekord.

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Kuba-Krokodil Fidel, heute Fidelio, auf einem Bild vom August 2013 Foto: dpa
Kuba-Krokodil Fidel, heute Fidelio, auf einem Bild vom August 2013Foto: dpa

Trotz eines sehr langen Winters 2012/13 und eines generellen Besucherrückgangs in deutschen Tiergärten: Der Zoo von Hoyerswerda ist hoch zufrieden. Fast 132.000 Besucher sind im vergangenen Jahr gezählt worden, wie der Verein der Zoofreunde auf seiner Internetseite meldete. Das sind gut 17.000 Gäste mehr als im Jahr zuvor.

Der vermutlich wichtigste Grund: Im Zoo waren im vergangenen Sommer sieben der extrem seltenen kubanischen Rautenkrokodile geschlüpft. Erstmals glückte die Zucht in Deutschland. "Eine Sensation", wie der Tierpark berichtete. Die frohen Tierpfleger tauften das Erstgeborene auf den Namen "Fidel" - und schnell erhielt er bei Personal und Besuchern den Beinamen Castro. Bis sich in Ostsachsen gleich mehrere Kommunalpolitiker von CDU und Grünen meldeten und die Namensgebung anprangerten - im Herbst schließlich wurde "Fidel" dann nach erregter Debatte umbenannt in "Fidelio".

Neben den Krokodilen hat nach Einschätzung von Zoo-Chefin Carmen Lötsch zum Besucherrekord auch beigetragen, dass die beiden Bärenbrüder Björn und Bengt im April vergangenen Jahres in eine neue Bärenanlage umziehen konnten. Im Verlauf des Jahres 2014 soll, wie der Verein der Zoofreunde weiter mitteilte, die alte Bärenanlage umgebaut werden zu einer Anlage für Erdmännchen und Stachelschweine. Außerdem geplant sei die Fertigstellung des Flamingohauses.

Wegen des Krokodil-Namens "Fidel" hatte unter anderem der Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU) gedroht, dem Zoo die öffentliche Förderung aus dem Etat des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien zu streichen - es ging um 400.000 Euro im Jahr. Ähnlich äußerte sich der Grünen-Kreischef in Görlitz. Zoo-Chefin Lötsch sagte damals: "Ohne die Kulturförderung wäre der Zoo in seiner Existenz bedroht." Die "Bild"-Zeitung skandalisierte den "Ärger mit dem Kommunisten-Krokodil", sogar das ZDF schickte einen Reporter. Schließlich lenkte der Tierpark ein und änderte den Namen, bei dem manche gleich an den kubanischen Revolutionsführer dachten.

Die sieben Krokodile stammen ab von zwei Tieren, die Anfang der 80er Jahre aus einer Zuchtfarm auf der Karibikinsel in die DDR kamen. Sie war dort dann mehrere Jahre lang "im Showgeschäft" für den Staatszirkus im Einsatz, bevor sie im Tiergarten von Hoyerswerda ihren Ruhestand antreten konnten.

Von den sieben im Sommer geschlüpften Rautenkrokodilen leben noch sechs. Das kleinste musste Anfang Dezember eingeschläfert werden - eine irreparable Fehlbildung der Wirbelsäule hatte dem Jungtier keine Aussicht auf ein gesundes und schmerzfreies Leben ermöglicht. Das erstgeborene Krokodil mit dem heutigen Namen "Fidelio" galt von Beginn an als der Rüpel der Geschwisterbande.

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