Welt : Maschine bremste gerade rechtzeitig Gefährliche Situation

auf dem Flughafen Zürich

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Nach der jüngsten Beinahe-Zusammenstoß zweier Flugzeuge auf dem Flughafen Zürich im März dieses Jahres hat der Chef der Schweizer Flugsicherung Skyguide, Daniel Weder, gegenüber der „Neuen Zürcher Zeitung“ („NZZ“) jetzt Systemverbesserungen angekündigt. Wie eine Analyse des Tagesspiegel ergab, handelte es sich bereits um den siebenten derartigen Zwischenfall innerhalb der letzten zehn Jahre.

Wie heute nur noch wenige Flughäfen verfügt Zürich über einander kreuzende Pisten. Sie werden wesentlich häufiger parallel zueinander betrieben als an anderen Airports. Als Grund nennen die Eidgenossen neben den oft schwierigen Wetterverhältnissen auch den Fluglärmstreit mit der Bundesrepublik, die Anflüge über die Schwarzwaldgemeinden eingeschränkt hat.

Am 15. März hatten zwei Airbusse A3230 der Swiss binnen 45 Sekunden die Erlaubnis zum Start auf den Parallelbahnen erhalten. Die Flutlotsen bemerkten die Gefahr erst, als das inzwischen am Platz installierte Kollisionswarnsystem ausgelöst wurde. Während die Maschine nach Moskau von der Bahn 16 startete, konnte der Pilot des Fluges nach Moskau seinen Jet mit einer Vollbremsung nur 50 Meter vor der Kreuzung stoppen, wobei Bremsen heiß liefen und mehrere Flugzeugreifen beschädigt wurden.

Am 31. Juli 2008 musste ein Airbus A319 der Air Berlin den Start nach Düsseldorf abbrechen, weil der Tower zeitgleich einem aus Bremen kommenden Metroliner der OLT die Landeerlaubnis für die Querbahn erteilt hatten. Am 2. Dezember 2004 erlaubten die Zürcher Fluglotsen einem A320 der Swiss, die Bahn 28 zu überrollen, obwohl sie gerade einem Avroliner von British Airways den Start gestattet hatten. Sie schalteten sogar die Verkehrsampel auf Grün, der Untersuchungsbericht spricht von „unzulässigen Koordinierungsverfahren“. Die Swiss-Crew konnte im letzten Moment bremsen. Am 31. Oktober 2004 hatte ein Avroliner der Swiss die Startfreigabe ungeachtet eines landenden A330 von Emirates erhalten, der wegen Turbulenzen durchstarten musste. Bei der Vollbremsung platzten zwei Reifen. Am 21. März 2003 bemerkten die Fluglotsen nicht, dass auf ihre Freigabe für den Swiss-Flug nach Luxemburg der Pilot einer Boeing 747 von South African Airways antwortete. Beide Maschinen starteten gleichzeitig, die Schweizer Embraer überflog den nach Johannesburg startenden Jumbo in einer Höhe von nur 50 Metern. Am 23. November 2002 erteilte ein Lotse einem A319 der Swiss die Landefreigabe auf der 16 und unmittelbar darauf einer Boeing 737 der Tunis Air die Startfreigabe auf der 28. Als er seinen Irrtum bemerkte, war die Boeing für einen Startabbruch bereits zu schnell. Die Swiss-Piloten konnten ihr Flugzeug 50 Meter vor der Kreuzung zum Stehen bringen. Am selben Tag kreuzte aufgrund eines Pilotenfehlers eine Boeing 737 der Air France den Weg einer startenden Saab 2000 der Swiss, die haarscharf über den Jet hinwegfliegen konnte.

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