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Mini-Labor auf dem Kometen "Tschuri" : „Philae“ funkt und bohrt - noch

In der Nacht herrschte zwischenzeitlich Funkstille. Jetzt schickt „Philae“ wieder Daten vom Kometen und nimmt Bohrungen vor. Mangelnder Strom bedroht aber die Übermittlung von Test-Ergebnissen.

Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erläutert Details zu "Philae".
Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erläutert Details zu "Philae".Foto: dpa

Der Forschungsroboter "Philae" hat auf dem Kometen Tschuri eine Bohrung vorgenommen - die Ergebnisse der Untersuchung werden die Erde aber womöglich nie erreichen. "Wir sind nicht sicher, ob 'Philae' ausreichend Energie hat, um die Daten zu übertragen", sagte Stephan Ulamec von der europäischen Raumfahrtbehörde ESA am Freitag in Darmstadt. Die Batterie des Minilabors neigte sich am Freitag ihrem Ende zu. Solarzellen, die danach eigentlich einspringen sollten, bekamen nicht ausreichend Sonne ab, weil "Philae" anders als geplant im Schatten gelandet war.

Die Bohrung sollte eine Analyse des Kometengesteins ermöglichen. Die ESA hatte zunächst gezögert, die Bohrung vorzunehmen, weil "Philae" nicht stabil stand und aus dem Gleichgewicht zu geraten drohte.

Nach einem Funkloch in der Nacht schickte das Mini-Labor „Philae“ im Laufe des Tages wieder Daten vom Kometen. Die Verbindung sei stabil, sagte ein Sprecher der Europäischen Weltraumorganisation Esa noch am Freitagvormittag in Darmstadt. Funklöcher entstehen, weil „Philae“ nicht immer Kontakt zur Raumsonde „Rosetta“ hat. Sie schickt Signale zur Erde.

Dem waschmaschinengroßen Labor war am Mittwoch nach zehn Jahren Reise im All eine abenteuerliche Landung mit zwei Hopsern auf dem Kometen gelungen. Das Manöver auf dem kosmischen Brocken, der eigentlich „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ heißt, ist in der Geschichte der Raumfahrt einmalig. Wissenschaftler erhoffen sich von der Mission Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren. „Philae“ war von „Rosetta“ zum Kometen gebracht worden.

Nach wie vor ist unklar, wie lang „Philae“ arbeiten kann. Die Batterien des Labors seien auf etwa 60 Stunden ausgelegt, sagte der Esa-Sprecher. Da „Philae“ sich in einer eher schattigen Position befinde, sei noch nicht sicher, ob die Batterie über Kollektoren wieder nachgeladen werden könne. Im ungünstigsten Fall müsste „Philae“ nach Angaben des Sprechers womöglich am Wochenende die Arbeit beenden. Allerdings könnte sich auch „Tschuri“ noch so günstig zur Sonne hin drehen, dass „Philae“ neue Energie bekommt. (dpa/AFP)

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