Nach dem Attentat in Las Vegas : Trump ruft Nation zur Einheit auf

"Unsere Bande können nicht von Gewalt zerrissen werden", sagte US-Präsident Trump in seiner Reaktion auf das Attentat von Las Vegas. Auch Barack Obama und Hillary Clinton äußerten sich.

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US-Präsident Donald Trump, First Lady Melania, Vize-Präsident Mike Pence und seine Frau Karen während einer Schweigeminuten für die Opfer von Las Vegas am Montag.
US-Präsident Donald Trump, First Lady Melania, Vize-Präsident Mike Pence und seine Frau Karen während einer Schweigeminuten für...Foto: AFP/ Mandel Ngan

Nach dem Attentat von Las Vegas mit 58 Toten hat US-Präsident Donald Trump sein Land zur Geschlossenheit aufgerufen. "In Momenten der Tragödie und des Horrors kommt Amerika als Einheit zusammen. Dies hat es immer getan", sagte Trump am Montag in einer Ansprache im Weißen Haus. "Unsere Einheit kann nicht vom Bösen erschüttert werden, unsere Bande können nicht von Gewalt zerrissen werden", so der US-Präsident.

Trump bezeichnete den Gewaltakt als "Tat des reinen Bösen", ging aber nicht auf den möglichen Hintergrund des Blutbads ein. Kurz zuvor hatte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in einer knappen Mitteilung über das Propagandaorgan Amaq die Verantwortung für das Blutbad für sich reklamiert, das nach Polizeiangaben von einem 64-jährigen mutmaßlichen Einzeltäter mit Wohnort im US-Bundesstaat Nevada verübt worden war.

Der US-Präsident kündigte an, dass er am Mittwoch nach Las Vegas reisen werde, um unter anderem mit Familien der Opfer zu sprechen. Er dankte der Polizei in Las Vegas und anderen Rettungskräften dafür, dass sie durch ihren mutigen Einsatz "die Leben von so vielen gerettet" hätten. Auch dass der Täter so schnell aufgespürt worden sei, "ist ein Wunder und hat den weiteren Verlust von Menschenleben verhindert". Wenige Stunden zuvor reagierte Trump ungewohnt zurückhaltend und drückte den Opfern lediglich sein Mitgefühl aus. Als ein radikaler Muslim im vergangenen Jahr in Florida ein Blutbad anrichtete und 49 Menschen tötete, forderte Trump sofort einen Einreisestopp für alle Muslime.

Clinton: "Unsere Trauer ist nicht genug"

Barack Obama war es in seiner Präsidentschaft in mehreren Anläufen nicht gelungen, das US-Waffenrecht zu reformieren. Im Kurznachrichtendienst Twitter drückte er wenige Stunden nach der Tat von Las Vegas sein Mitgefühl aus. "Michelle & ich beten für die Opfer in Las Vegas. Unsere Gedanken sind bei ihren Familien & allen, die eine weitere sinnlose Tragödie ertragen müssen", erklärte Obama.

Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ging einen Schritt weiter. Die US-Demokratin deutete Forderungen einer strikteren Waffengesetzgebung an. In einem Tweet erklärte sie: "Unsere Trauer ist nicht genug. Wir können und müssen die Politik zurückstellen." Es müsse nun zusammengearbeitet und der NRA gemeinsam die Stirn geboten werden, so Clinton über den mächtigen Lobbyverband National Rifle Association.

Die US-Regierung hält eine Debatte über schärfere Waffengesetze allerdings für verfrüht. "Es gibt eine Zeit und einen Ort für eine politische Debatte, aber jetzt ist die Zeit, um als Land zusammenzustehen", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, am Montag. Eine politische Diskussion zu führen, "bevor wir nicht alle Fakten kennen" und das Tatmotiv ermittelt sei, wäre "verfrüht". Sie warnte zugleich vor Versuchen, "Gesetze zu schaffen", die solche Tragödien "nicht verhindern" könnten.

Merkel drückt Anteilnahme aus

Auch die Bundeskanzlerin drückte ihre Anteilnahme aus. "Unser Mitgefühl und die Anteilnahme der gesamten Bundesregierung gelten den Angehörigen und den Familien der Opfer", erklärte Angela Merkel in einem Kondolenztelegramm an US-Präsident Donald Trump. Der russische Präsident Wladimir Putin hat mit Entsetzen auf den blutigsten Schusswaffenangriff in der jüngeren US-Geschichte reagiert. Das Verbrechen, dem Dutzende "friedlicher Zivilisten" zum Opfer fielen, sei "entsetzlich in seiner Grausamkeit", erklärte Putin am Montag in einem Beileidstelegramm an US-Präsident Donald Trump. Den Opfern des Angriffs und ihren Angehörigen sprach er dem Kreml zufolge sein Mitgefühl aus.


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