Nach Freispruch für Amanda Knox : Verurteilter Rudy Guede will neuen Prozess

Nach dem Freispruch für Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito will ein weiterer Beteiligter die Wiederaufnahme seines Verfahrens. Rudy Guede ist wegen Beihilfe zum Mord zu 16 Jahren Haft verurteilt.

Amanda Knox (hier bei Gericht im Jahr 2011) lebt wieder in den USA.
Amanda Knox (hier bei Gericht im Jahr 2011) lebt wieder in den USA.Foto: REUTERS

Nach dem Freispruch für Amanda Knox und ihren Ex-Freund will der wegen Beihilfe zum Mord verurteilte Rudy Guede ebenfalls einen neuen Prozess. „Ich will die Wiederaufnahme des Verfahrens erreichen. Ich warte mit meinen Anwälten auf die Urteilsbegründung für den Freispruch. Ich bin überzeugt, dass wir Elemente finden werden, die nützlich sind, um meine Verurteilung zu kippen“, sagte Guede der Zeitung „La Repubblica“ (Mittwoch). Guede ist wegen Beihilfe zum Mord an der Britin Meredith Kercher zu 16 Jahren Haft verurteilt.

Die Richter hatten jedoch festgestellt, er könne nicht alleine gehandelt haben. Guede wurde in einem Schnellverfahren verurteilt, das keine weitere Berufung mehr zulässt. „Ich bin der unmögliche Verurteilte. Komplize in einem Mordfall ohne Schuldige“, sagte Guede dem Blatt. „Abgekürzte Verfahren werden hier wie ein Schuldeingeständnis gesehen. Ich dachte dagegen, dass ich damit sofort meine Unschuld beweisen kann.“

Die Austauschstudentin Kercher war im November 2007 in Perugia ermordet worden. Die Amerikanerin Knox und ihre Ex-Freund Raffaele Sollecito waren Ende März nach vier Prozessen und mehreren Urteilen von Italiens höchstem Gericht endgültig freigesprochen worden. Guede ist der einzige, der in dem Fall rechtskräftig verurteilt wurde. (dpa)

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